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Journalist Jim Acosta:Fox News verteidigt CNN gegen Trump

Donald Trump gegen Jim Acosta: Präsident gegen Presse.

(Foto: AFP)
  • Trumps Lieblingssender Fox News und andere bekannte Medien unterstützen CNN und den Journalisten Jim Acosta. Ihm wurde die Presseakkreditierung für das Weiße Haus entzogen.
  • Die Handhabung von Akkreditierungen dürfe nie "als Waffe eingesetzt" werden, sagt Jay Wallace, Chef von Fox News.
  • CNN hat Klage gegen die Trump-Regierung eingereicht. Das Weiße Haus erklärte, kein Journalist habe durch die Verfassung das Recht, das Weiße Haus zu betreten.

Im Streit um den Entzug der Akkreditierung des CNN-Journalisten Jim Acosta für das Weiße Haus springt sogar der rechtskonservative Fernsehsender Fox News dem liberalen Konkurrenten zur Seite. Sein Sender werde die von CNN eingereichte Klage mittels eines schriftlichen Statements bei Gericht unterstützen, kündigte Fox-News-Chef Jay Wallace an. Er befürworte einen freien Zugang der Medien zur Regierung und einen "offenen Austausch".

Senderchef Wallace erklärte, die Handhabung von Akkreditierungen dürfe nie "als Waffe eingesetzt" werden. Sein Sender billige zwar nicht "den zunehmenden feindseligen Ton zwischen dem Präsidenten und der Presse", unterstütze aber die Pressefreiheit.

Der wegen unbequemer Fragen bekannte Reporter war am 7. November bei einer live übertragenen Pressekonferenz im Weißen Haus mit Präsident Donald Trump in Streit geraten. Acosta hatte dem Präsidenten gesagt, der Flüchtingszug in Mittelamerika sei keine Invasion, wie von Trump behauptet. Der Präsident beschimpfte den Journalisten als "furchtbare, unverschämte Person". Eine Mitarbeiterin des Weißen Hauses wollte Acosta das Mikrofon wegnehmen, der es aber zunächst nicht hergeben wollte.

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Nach dem Vorfall verbreitete Trumps Pressesprecherin Sarah Sanders ein nach Meinung einiger Experten leicht abgeändertes Video, auf dem Acosta aggressiver gegenüber der Mitarbeiterin erscheint, als es tatsächlich der Fall war. Das Weiße Haus entzog dem CNN-Korrespondenten nach der Pressekonferenz die Akkreditierung.

Fox News ist der Lieblingssender von Trump und verteidigt den Präsidenten sehr oft gegen Kritik. Er gehört zu mehr als einem Dutzend Organisationen, die CNN in der Angelegenheit unterstützen. Dazu zählen auch die New York Times und die Washington Post sowie die Nachrichtenagenturen Associated Press und Bloomberg. In einer gemeinsamen Erklärung schreiben sie: "Es ist unerlässlich, dass unabhängige Journalisten Zugang zum Präsidenten und seinen Aktivitäten haben und dass Journalisten nicht aus willkürlichen Gründen ausgesperrt werden."

CNN hatte zuvor Klage gegen die Aussperrung Acostas eingereicht. Der Sender fordert, Acostas Akkreditierung solle umgehend wieder erteilt werden. Die Maßnahme gegen ihn verstoße gegen die in der Verfassung garantierte Pressefreiheit. Der Verband der Korrespondenten für das Weiße Haus stellte sich auf Seiten von CNN. Die Akkreditierung hätte überhaupt nicht entzogen werden sollen.

Die Trump-Regierung verteidigte ihr Vorgehen. In einer 28 Seiten langen Antwort des Justizministeriums auf die Klage heißt es, kein Journalist habe durch die Verfassung das Recht, das Weiße Haus zu betreten. Das Ministerium teilte mit, das Weiße Haus könne entscheiden, ob es "seine Interaktion mit einem bestimmten Journalisten reduzieren will".

Die Verwaltung bestritt die Anschuldigung von CNN, die Entscheidung gegen Acosta sei eine Bestrafung, weil der Präsident und die Regierung CNN oder Acostas Berichterstattung nicht mögen. Sanders, warf CNN ein überzogenes Selbstbild vor. Beinahe 50 weitere CNN-Mitarbeiter hätten Presseausweise für das Weiße Haus, betonte sie zudem.

Die Unterstützung für CNN ist in der jüngeren Geschichte nicht der einzige Fall, in dem sich Fox News gegen Trump stellt. Vor den US-Zwischenwahlen hatte der Sender die Ausstrahlung eines Wahlwerbevideos der Republikaner gestoppt. Darin wird vor illegaler Masseneinwanderung gewarnt. Der Treck von Migranten aus Mittelamerika wird dabei mir Schwerverbrechern gleichgesetzt. CNN verweigerte die bezahlte Ausstrahlung und nannte das Video "rassistisch". Andere US-Medien boykottierten den Spot ebenfalls.

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