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Sexuelle Belästigung:WDR stellt weiteren Mitarbeiter frei

WDR in Köln

Nähere Angaben zur Identität des freigestellten Mitarbeiters macht der WDR bislang nicht.

(Foto: dpa)
  • Der WDR hat einen zweiten "hochrangigen" Mitarbeiter wegen Vorwürfen sexueller Belästigung freigestellt.
  • Erst vor wenigen Wochen war ein ehemaliger ARD-Auslandskorrespondent wegen des Vorwurfs sexueller Belästigung vom WDR bis auf Weiteres freigestellt worden.
  • Der Sender steht wegen seines zurückhaltenden Umgangs mit dieser Art Vorwürfen in der Kritik.

Die Vorwürfe sexueller Belästigung gegen Mitarbeiter des WDR reißen nicht ab. Am Sonntag hat der Sender laut Berichten der Bild-Zeitung einen weiteren Mitarbeiter freigestellt. Eine WDR-Sprecherin sagte, es handele sich um einen "hochrangigen" Mitarbeiter. Weitere Angaben zur Person sowie zu den konkreten Vorwürfen werde der Sender aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht machen.

Erst vor wenigen Wochen war ein ehemaliger ARD-Auslandskorrespondent wegen des Vorwurfs sexueller Belästigung vom WDR bis auf Weiteres freigestellt worden. Seitdem wurden Vorwürfe sexueller Belästigung gegen mindestens fünf weitere Mitarbeiter des WDR publik.

Den bisherigen Umgang des Senders mit Vorwürfen dieser Art kritisiert mittlerweile unter anderem der eigene Personalrat. In einem offenen Brief forderte er eine lückenlose Aufklärung. "Die Verantwortlichen, die trotz eindeutiger Hinweise nicht eingeschritten sind, müssen benannt werden und sich bei den Betroffenen entschuldigen", heißt es darin.

Der Personalrat spielt damit offensichtlich auf den jetzigen Fernsehdirektor und früheren Chefredakteur Jörg Schönenborn und Tina Hassel, die frühere Leiterin der Programmgruppe Ausland, an. Ihnen wird vorgeworfen, Hinweisen nicht mit dem nötigen Druck nachgegangen zu sein. Beide bestreiten dies und verweisen auf die damals dürftige Faktenlage.

Als Reaktion auf die Vorwürfe hatte die WDR-Geschäftsleitung Mitte April ein Maßnahmenpaket für eine bessere Vorbeugung beschlossen und eine dauerhafte externe Ombudsstelle angekündigt, an die sich Betroffene wenden können.

Am vergangenen Donnerstag hatte der Sender angekündigt, den eigenen Umgang mit den Vorwürfen aufarbeiten zu wollen. Eingesetzt wurde dafür die frühere Gewerkschaftschefin und EU-Kommissarin Monika Wulf-Mathies. Die SPD-Politikerin werde in "völliger Unabhängigkeit" prüfen, wie der WDR mit Hinweisen auf sexuelle Belästigung umgegangen sei.

© SZ.de/dpa/khil/cag

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