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Fernsehunterhaltung:Sat 1 setzt "Promis unter Palmen" endgültig ab

File photo of satellite dishes of the German television stations Kabel 1, SAT 1 and Pro Sieben

Bei Sat 1 wird das nächste umstrittene Format in TV-Rente geschickt.

(Foto: Arnd Wiegmann/Reuters)

Zuvor ist bereits das Format "Plötzlich arm, plötzlich reich" gestrichen worden. Der Sender will aber trotz der jüngsten Skandalsendungen nicht komplett auf Reality-TV verzichten.

Sat 1 räumt unter dem neuen Senderchef Daniel Rosemann bei seinen Reality-Formaten auf und setzt nun auch die Show Promis unter Palmen endgültig ab. Die Show war wegen des Todes von Teilnehmer Willi Herren nicht mehr zu Ende ausgestrahlt worden. Nun hieß es vom Sender: "Sat 1 verändert sich. Das haben wir angekündigt, das tun wir. Deshalb haben wir beschlossen: Es wird keine weitere Staffel von Promis unter Palmen geben" Gutes Reality-TV sei hervorragende Fernsehunterhaltung, aber Promis unter Palmen "passt nicht mehr zu uns". Bei der Show geht es darum, dass mehr oder weniger Prominente in einer Villa in Thailand zusammenwohnen und gegeneinander antreten.

In der diesjährigen zweiten Staffel hatte es viel Ärger um Äußerungen von Kandidat Marcus Prinz von Anhalt gegeben. Er hatte sich schwulenfeindlich geäußert, Frauen auf ihr Aussehen reduziert und war Drag-Queen Katy Bähm - alias Burak Bildik - homophob angegangen. Sat 1 distanzierte sich scharf und kündigte an, von Anhalt nie wieder auftreten zu lassen.

Der Sender will sich verändern, aber zum Beispiel an "Promi Big Brother" festhalten

Vor einer Woche hatte Sat 1 bereits die Reihe Plötzlich arm, plötzlich reich abgesetzt, nachdem der Partysänger Ikke Hüftgold, bürgerlich Matthias Distel, öffentlich gemacht hatte, warum er einen Dreh für Plötzlich arm, plötzlich reich abgebrochen hatte: "Das Kindeswohl von zwei schwer traumatisierten Kindern wurde von den verantwortlichen Medienanstalten mit Füßen getreten". Gegen Sat 1 und die Produktionsfirma Imago TV hat er inzwischen Strafanzeige erstattet.

Sat 1 entschuldigte sich inzwischen bei der betroffenen Familie und der Öffentlichkeit, es stehe "außer Frage, dass hier Fehler passiert sind". Die Produktionsfirma erklärte, hinter der Entscheidung von Sat 1 zu stehen und bedauert besonders, dass die betroffene Familie in eine öffentliche Auseinandersetzung hineingezogen worden sei. Der Sender teilte mit, man sei zu dem Schluss gekommen, dass diese Sendung nicht mehr zu Sat 1 passe, wie man es nun weiterentwickeln wolle.

Auch wenn Sat 1 sich verändern will, so beteuert der Sender, das Genre Reality-TV nicht beerdigen zu wollen. Von der Sendung Promi Big Brother etwa soll es im Sommer eine neue Staffel geben. Der Wechsel in der Chefetage des Senders fand Mitte Mai statt, Daniel Rosemann verantwortet seither neben Pro Sieben auch den Schwestersender.

© SZ/dpa/jael/tyc
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