Reichweiten im ersten Quartal 2012 Deutschlandradio Kultur schafft Hörerrekord

Die Zahl der Radiohörer in Deutschland steigt an. Die meisten Kulturradios der öffentlich-rechtlichen Anstalten legen bei der Reichweite besonders stark zu - Deutschlandradio Kultur ist sogar auf Rekordkurs. Auf Siegeszug ist auch Antenne Bayern, während WDR 3 und Bayern 3 an Boden verlieren.

Von Stefan Fischer

Die Einschaltquoten im Radio werden nicht gemessen, sondern hochgerechnet auf der Basis von zwei Hörerbefragungen im Jahr. Während die jüngste Befragung lief, von Januar bis April, kochte der Streit über die anstehende Reform von WDR 3 gewaltig hoch. So eine Debatte kann theoretisch Neugier wecken bei potenziellen Hörern. Die Zahlen, die die Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse jetzt vorlegt, belegen jedoch das blanke Gegenteil: WDR 3 laufen die Hörer davon. 190.000 Menschen haben das noch nicht reformierte Programm täglich eingeschaltet, 30.000 weniger als bei der letzten Befragung.

Nach der aktuellen Hörerbefragung der Media-Analyse haben die meisten Kulturradios der großen ARD-Anstalten, Bayern 2 (400.000 Hörer) NDR Kultur (349.000) und SWR 2 (300.000) deutlich an Reichweite zugelegt. Deutschlandradio Kultur kommt auf 480.000 Hörer - der bislang höchste Wert in der Geschichte des bundesweiten Kulturprogramms.

(Foto: dpa)

Die Reichweite liegt bei selbst für eine Kulturwelle bescheidenen 1,2 Prozent. Zum Vergleich: BR Klassik hat 240.000 Hörer, in einem kleineren Sendegebiet. Die zweite Kulturwelle des Kölner Senders, WDR 5, konnte hingegen zulegen, um 50.000 auf nun 590 000 Zuhörern am Tag.

Deutlich mehr Hörer als bei der vorherigen Erhebung haben die meisten Kulturradios der großen ARD-Anstalten, Bayern 2 (400.000) NDR Kultur (349.000) und SWR 2 (300.000). Deutschlandradio Kultur kommt auf 480.000 Hörer - der bislang höchste Wert in der Geschichte des bundesweiten Kulturprogramms. Der Deutschlandfunk erreicht täglich 1,54 Millionen Hörer.

Insgesamt steigt die Zahl der Radiohörer leicht an, und zwar in allen Altersgruppen: 80,2 Prozent der deutschsprachigen Bevölkerung über zehn Jahre nutzen den Hörfunk täglich gegenüber 79,6 Prozent zuvor, das sind 400.000 Hörer am Tag mehr - und sie bleiben im Schnitt 199 Minuten dran. Dieser Wert ist seit zweieinhalb Jahren nahezu unverändert. Bei den 10- bis 29-Jährigen sind es 72,1 Prozent, Tendenz steigend. Und zwar stärker als im Schnitt.

Der große Gewinner der letzten Media-Analyse, der Privatsender Antenne Bayern, hat weitere 220.000 Hörer pro Stunde hinzugewonnen und liegt nun bei stündlich 1,32 Millionen Hörern. Der direkte Antenne Bayern-Konkurrent Bayern 3 verlor im Vergleich zur letzten Erhebung 77.000 Hörer, ihn hören nun nur noch 727.000 Hörer pro Stunde.

Öffentlich-Rechtliche leicht vor den Privaten

Von den populären Wellen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks hat NDR 2 am stärksten zugelegt, um 112.000 Hörer in der Stunde. Die Öffentlich-Rechtlichen liegen in der Hörergunst nach wie vor leicht vor den Privaten, ihr Marktanteil ist 52,2 Prozent. Das bedeutet 38,24 Millionen Hörer, bei den Privaten sind es 33,53 Millionen.