"Hitler-Tagebücher":"Das ist ein gezielter Versuch, Hitler reinzuwaschen"

"Hitler-Tagebücher": Der "Stern"-Redakteur Gerd Heidemann bei einer Pressekonferenz im April 1983 mit den vermeintlichen Hitler-Tagebüchern.

Der "Stern"-Redakteur Gerd Heidemann bei einer Pressekonferenz im April 1983 mit den vermeintlichen Hitler-Tagebüchern.

(Foto: Thomas Grimm/ASSOCIATED PRESS)

Der Skandal hinter dem Skandal: Der Politikwissenschaftler Hajo Funke über die gefälschten "Hitler-Tagebücher", die eine ARD-Recherche erstmals vollständig dokumentiert.

Interview von Peter Laudenbach

40 Jahre nach dem Skandal um die im Stern veröffentlichten angeblichen Tagebücher Adolf Hitlers dokumentiert jetzt eine investigative ARD-Recherche die Fälschung erstmals in vollem Umfang. An diesem Freitag erscheint sie auch als Buch ("Die echten falschen 'Hitler-Tagebücher'", John Goetz, März-Verlag). Die von Konrad Kujau geschriebenen Aufzeichnungen, die bis heute nie jemand näher untersucht hat, bilden ein gespenstisches Dokument der Zeitgeschichte. Die Recherchen, denen Ermittlungsakten, Gerichtsunterlagen und andere Dokumente zugrunde liegen, zeigen nicht nur, dass der Fälscher Kujau eng mit Alt- und Neonazis zusammengearbeitet hat, sondern auch, dass es bei der Veröffentlichung im Stern um eine Verharmlosung Hitlers ging. Der Bertelsmann-Konzern, zu dem der Stern gehört, will den Umgang mit den gefälschten Tagebüchern jetzt wissenschaftlich aufarbeiten lassen. Der Der Politologe und NS-Experte Hajo Funke hat die Veröffentlichung wissenschaftlich begleitet.

Zur SZ-Startseite

SZ PlusHenri Nannens NS-Vergangenheit
:"Ich wusste es, und ich war zu feige"

Der "Stern"-Erfinder ein Nazi-Propagandist? Furchtbar, unverzeihlich, aber eben auch: lange bekannt. Über eine entlarvende Debatte und die nötigen Konsequenzen.

Lesen Sie mehr zum Thema

Jetzt entdecken

Gutscheine: