Es kursieren alle möglichen Annahmen und Theorien über soziale Netzwerke. Oft basieren diese aber nur auf Thesen oder Beobachtungen, und selbst viele wissenschaftliche Studien sehen sich nur die Daten an, die sich aus den Netzwerken ergeben. Der amerikanische Soziologieprofessor Chris Bail hat deshalb in einem Experiment versucht, die Accounts in den Netzwerken mit den realen Personen dahinter zu verbinden und so Daten für seine Forschung zu erheben. Dazu wurden Dutzende Anhänger der Republikaner wie der Demokraten ausgewählt, die dafür bezahlt wurden, auf Twitter einem Bot zu folgen, der regelmäßig Beiträge aus dem anderen Lager teilte. Die Probanden wurden über die genauen Details des Versuchs nicht informiert. Nach einigen Wochen wurden die Teilnehmer zu ihren politischen und anderen Ansichten interviewt. Mit einigen überraschenden Ergebnissen.
Soziologe Chris Bail über Facebook und Co.:"Wir überschätzen die Macht dieser Konzerne"
Lesezeit: 7 min
Wer sind die Menschen hinter den Twitter-Accounts? Diese Frage haben bisher nur wenige wissenschaftliche Studien gestellt.
(Foto: Kacper Pempel/Reuters)Wie sollte man mit Hass-Kommentaren und extremen Ansichten auf sozialen Netzwerken umgehen? Der US-Soziologe Chris Bail über den Mythos der Filterblase und warum er davon abrät, Social Media ganz zu verlassen.
Interview von Nicolas Freund
SZ-Plus-Abonnenten lesen auch:
Psychologie
Wie man im Alter geistig fit bleibt
Historiker im Interview
"Die Entscheidung wird im Kampf um die Krim fallen"
Anorexie
Sie wollte leben, aber nicht essen
Russland
"Frieden und Frieden und Frieden"
Gesundheit
»Das Herpesvirus CMV ist die häufigste infektiöse Ursache für Fehlbildungen bei Kindern«