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Dschungelcamp mit Daniel Hartwich:7,77 Millionen Zuschauer zum Start

Vielleicht ist es sogar so, dass seine Anwesenheit im australischen Dschungel zwar eventuell ein paar eingefleischte Bach-Fans verschrecken wird, dafür aber womöglich auch eine Menge neue Zuschauer anlocken wird, für die Dirk Bach zuvor zu aufgedreht war. Die Rekord-Zuschauerzahl von 7,77 Millionen Zuschauern zum Start (so viele gab es noch nie zum Staffel-Auftakt) kann zwar auch bedeuten, dass viele eingeschaltet haben, um den Neuen scheitern zu sehen, was gerade bei dieser Sendung eine bevorzugte Einschaltmotivation zu sein scheint.

Doch ähnlich wie beim Wechsel von Thomas Gottschalk zu Markus Lanz bei "Wetten, dass ..?!", der ebenfalls vor allem mit dem hohen Erwartungsdruck von Kritikern zu kämpfen hat, kann es auch bedeuten, dass viele Zuschauer sich vom neuen Moderator eher mehr erwarten als vom alten.

Dirk Bach war ein großer Komiker, die Zuschauer liebten ihn für seine Schrulligkeit. Doch seine wahre Größe hatte er schon zuvor gezeigt, außerhalb des Dschungelcamps, auf anderen Bühnen. Hier zeigt sich nun: Es kann auch mal ganz angenehm sein, wenn der Moderator den anderen Show-Egos den Vortritt lässt. Denn die gibt es in dieser Staffel zur Genüge - und sie sind diesmal sogar recht unterhaltsam.

Zumindest zum Start gab es nicht die sonst für die Sendung üblichen langweiligen Einstellungen von X- und Y-Promis zu sehen, die ermattet im Dschungel liegen und nur Nonsens von sich geben. Sondern die fast dreistündige Show, unterbrochen von gar nicht mal so viel Werbung, war von vorne bis hinten vergleichsweise unterhaltsam.

Womöglich haben sich die Macher bei RTL gedacht: Wenn schon kein Dirk Bach mehr, dann müssen wir wenigstens aufpassen, dass der Rest stimmt. Und so geben sich diesmal allen voran Fiona Erdmann, die mal bei "Germany's Next Topmodel" Vierte wurde, Georgina Bülowius, die mal beim "Bachelor" Fünfte wurde, und Joey Heindle, der mal bei "Deutschland sucht den Superstar" Fünfter wurde sowie die Reeperbahn-Transe Olivia Jones alle Mühe, das Publikum zu belustigen. Was durchaus gelingt.

Das irgendwie-doch-nicht-Model mit dem feuerroten Haar droht zwar an der ersten Ekelprüfung aus körperlichen Gründen zu scheitern und hat auch irgendwie doch ein Problem damit, ein Tortenstück aus Ungeziefer in Gänze zu verspeisen. Doch in Sachen Ehrgeiz, Durchsetzungsvermögen und mentaler Energie macht ihr hier niemand etwas vor.

Dschungelcamp-Kandidaten 2013

Die Verzweifelten

Die von ihren Campkollegen als "Powerfrau" gelobte Fiona entpuppt sich außerdem als gar nicht blöd - und bildet damit einen wunderbaren Kontrast zum TV-Frischling Joey, mit dem sie in dieser Prüfung eine Ekel-Hochzeit hinlegt, wie sie in keinem Buche steht. Diese Bilder sind wahrlich zum Schreien. Dass sich die beiden showsüchtigen Menschenkinder zum Hochzeitskuss gegenseitig eine Riesenkakerlake in den Mund stecken und dabei in Hochzeitskleidern stecken, die in Fisch eingelegt wurden und mit Maden und Spinnen gefüllt sind, und dabei trotzdem tapfer aus der schleimigen Wäsche gucken, um für sich und ihre Campkollegen Essensmarken zu erkämpfen, all das gehört zum schon viel gezeigten Repertoire der Ekel-Sendung, die möglichst viele Gefühle der Zuschauer ansprechen soll.

Und doch ist es diesmal anders. Weil die beiden dabei trotzdem ihre Würde behalten. Das sieht man dann schon gerne, dass so etwas möglich ist.