Berichterstattung über Ehe-Aus Amazon-Chef Bezos wirft "National Enquirer" Erpressung vor

  • Das Boulevardblatt hatte nach dem Ehe-Aus von Bezos private Textnachrichten veröffentlicht, die der Unternehmer mit seiner neuen Freundin ausgetauscht haben soll.
  • Der Amazon-Chef hatte daraufhin Privatermittler auf den National Enquirer angesetzt.
  • Jetzt wirft Bezos dem Chef des Enquirer-Mutterkonzerns vor, ihm gedroht zu haben, sollte er seine Nachforschungen nicht einstellen.

Amazon-Chef Jeff Bezos wirft der Boulevardzeitung National Enquirer Erpressung vor. Der Unternehmer hatte nach der umstrittenen Berichterstattung des Boulevardblatts über sein Ehe-Aus und eine angebliche Beziehung mit einer neuen Frau private Ermittlungen gegen die Illustrierte angestrengt. Der 55-Jährige wollte herausfinden, woher das Blatt seine Informationen bekommen hatte. Nun wirft Bezos dem Chef des Enquirer-Mutterkonzerns American Media Inc. vor, ihn unter Druck gesetzt zu haben, seine Nachforschungen einzustellen. Sollte er das nicht tun, sei ihm mit der Veröffentlichung intimer Fotos gedroht worden.

Bezos - seit 2013 Besitzer der Washington Post - machte die mutmaßlichen Vorgänge in einem Beitrag auf der Blogplattform Medium.com öffentlich.

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Der National Enquirer hatte vergangenen Monat einen Bericht veröffentlicht, der unter anderem private Textnachrichten zwischen Bezos und der früheren TV-Nachrichtensprecherin Lauren Sanchez dokumentierte. Seit der Trennung von seiner Ehefrau MacKenzie soll Bezos mit Sanchez liiert sein.

"Sie sagten, sie hätten mehr Textnachrichten und Fotos"

Jetzt erklärte Bezos, Mittelsmänner von David Pecker - Chef von American Media Inc. - hätten ihn daraufhin aufgefordert, dies zu unterlassen. Man habe ihm gesagt, wenn er dies nicht tue, würde der Verleger schlüpfrige Fotos von ihm und Sanchez öffentlich machen. Statt sich der Erpressung zu beugen, habe er sich entschlossen, die Drohungen publik zu machen. "Sie sagten, sie hätten mehr Textnachrichten und Fotos, die sie veröffentlichen würden, wenn wir unsere Untersuchung nicht einstellen würden", schrieb der Unternehmer. Dazu stellte er E-Mails, die nach seiner Darstellung aus dem Hause von American Media Inc. stammen.

Pecker galt lange als enger Vertrauter von US-Präsident Donald Trump - und der halte ihn "fälschlicherweise für seinen Feind", schrieb Bezos in seinem Brief. Trump hatte im Rahmen seines Feldzugs gegen angebliche Fake News immer wieder Bezos' Washington Post und auch den Unternehmer persönlich attackiert.

Bezos ist der Gründer und Vorstandschef des US-Internetriesen Amazon und Forbes zufolge der derzeit reichste Mensch der Welt. Das US-Magazin schätzte sein privates Vermögen zuletzt auf etwa 136,9 Milliarden Dollar (118,8 Mrd Euro).

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