Kirchen Kritik am Weihnachtsmarkt bei 20 Grad

Endlich wieder! Oder schon wieder? Der Weihnachtsmarkt in Essen gehört jedenfalls zu den frühesten in ganz Deutschland.

(Foto: Roland Weihrauch/dpa)
  • Am Montag öffnen die Weihnachtsmärkte in den meisten deutschen Städten.
  • Einige Weihnachtsmärkte sind früher dran, manche sogar bis zu zwei Wochen vor dem ersten Advent.
  • Vor allem die Kirchen kritisieren das.

In den meisten deutschen Städten öffnen die Weihnachtsmärkte erst nach Totensonntag, in diesem Jahr also nach dem 25. November. So geht es am Montag (26. November) beispielsweise in Frankfurt, Berlin, Potsdam, Hamburg, Bielefeld, Lübeck oder auch am Kölner Dom los. Endlich, so zumindest aus Sicht von Weihnachtsmark-Fans, wieder Glühwein, Feuerzangenbowle und Baumstriezel. In manchen Städten ist die weihnachtsmarktfreie Zeit bereits seit diesem Donnerstag vorbei. In Freiburg, Bochum und Dortmund öffnen Weihnachtsmärkte. Noch früher ging es andernorts im Ruhrgebiet los. Satte zwei Wochen vor dem ersten Advent locken Verkaufsbuden in Essen bereits seit dem 16. November.

Die Weihnachtsmarktverfrühung sehen aber längst nicht alle positiv. Kritik kommt vor allem von den Kirchen. Ulrich Lota, Pressesprecher des Bistums Essen, sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Wir wollen gar nicht die Spielverderber sein, die sich alle Jahre wieder gegen zu frühe Weihnachtsmärkte aussprechen." Die Märkte seien heute vor allem Marketinginstrument, um Menschen in die City zu locken. "Uns als gläubigen Christen ist es wichtig, bei all der Markttreiberei darauf hinzuweisen, dass Weihnachten nicht irgendeine kulturelle Lichtfeier am Jahresende ist, sondern das Fest der Geburt Jesu." Alles habe seine Zeit, so Lota, und das Leben sei nicht 365 Tage im Jahr Party.

"Alles hat seine Zeit", sagt auch Andreas Duderstedt, Pressesprecher der Evangelischen Kirche von Westfalen. "Die Vorfreude auf das Besondere, das regelmäßig wiederkehrt, der Unterschied zwischen Alltag und Festtag, Arbeit und Entspannung, fröhlichem Feiern und stillem Gedenken - das ist wohltuend für alle." Und Duderstedt weiter: "Wenn die Adventszeit immer mehr ausgeweitet wird, verliert sie das Besondere. Sie wird alltäglich."

Auch in Bayern gibt es früh startende Weihnachtsmärkte. Am 18. Oktober öffnete das Bayreuther Winterdorf seine Türen und Klappen. Damals hieß es stolz, wenngleich offenbar nicht ganz faktengerecht, man sei wieder einmal der erste Weihnachtstreff "in ganz Deutschland und sicher auch in Europa". Noch bis Silvester können Besucher dort verschiedene Glühwein- und Punschsorten probieren - oder eine Saftschorle. Bei der Eröffnung am vergangenen Wochenende herrschten in weiten Teilen Frankens Temperaturen von bis zu 20 Grad Celsius.

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