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Vereine - Berlin:Traditions-Männerverein von Scholz-Vorstoß nicht betroffen

Tuntenhausen (dpa) - Mit seinem Vorstoß, reinen Männervereinen Steuervorteile zu entziehen, trifft Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) ausgerechnet den wohl bekanntesten Männerverein Deutschlands nicht. Der Katholische Männerverein Tuntenhausen sei kein gemeinnütziger eingetragener Verein, sagte der Vorsitzende, Bayerns Ex-Umweltminister Marcel Huber, am Montag. Trotzdem lehne er die Idee des Vizekanzlers ab. "Wenn man Vereinen das Leben schwer macht, geht das Ehrenamt verloren", sagte Huber der Deutschen Presse-Agentur.

Sein Verein organisiere Wallfahrten und politische Kundgebungen, an denen auch viele Frauen teilnähmen, sagte Huber. "Der Vereinszweck erreicht Frauen und Männer in gleichem Maße." Das gelte auch für viele der Vereine, die nach Ansicht von Scholz jetzt die Gemeinnützigkeit verlieren sollten.

Der Bundesfinanzminister will Vereinen, die heute noch Frauen die Mitgliedschaft verwehren, die Gemeinnützigkeit und damit verbundene finanzielle Vorteile streichen. "Wer Frauen ausschließt, sollte keine Steuervorteile haben und Spendenquittungen ausstellen", hatte der SPD-Politiker der "Bild am Sonntag" gesagt.

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