Sandy Meyer-Wölden "Ich bin nicht Tochter von Beruf"

Wer ist diese Sandy Meyer-Wölden? Die deutsche Paris Hilton? Boris Beckers Ex? Oliver Pochers Neue? Ein Schwabinger Gespräch.

Interview: Martin Zips

Sandy Meyer-Wölden, 26, Tochter des 1997 gestorbenen Managers von Boris Becker, hat in Miami Kommunikationswissenschaften studiert. Sie arbeitet als Schmuckdesignerin, Model und Moderatorin. Schlagzeilen machte Meyer-Wölden aber wegen ihrer Beziehungen zu den Tennisspielern Haas und Becker. Ihr neuer Freund ist der Komiker Oliver Pocher. Ein Gespräch in einem Café in München-Schwabing.

Sandy im Glück: Die 26-Jährige hat einen neuen Mann an ihrer Seite. Komiker Oliver Pocher ist nicht der erste Promi in ihrem Leben.

(Foto: Foto: dpa)

SZ: Frau Meyer-Wölden, Sie sind Schmuckdesignerin. Das heißt: Ein Goldschmied muss das umsetzen, was Sie ihm aufs Papier kritzeln?

Sandy Meyer-Wölden: Eine Freundin und ich haben als Studentinnen in Miami immer selbstgemachten Schmuck verschenkt. So entstand die Idee zu unserer Schmuckfirma in New York. Heute wird mein Schmuck in etwa 40 Geschäften in den USA verkauft.

SZ: Kennt man Sie dort als Tochter des früheren Managers von Boris Becker?

Meyer-Wölden: Nein. Das ist dort kein Thema. Man interessiert sich nur für meinen Schmuck.

SZ: In Deutschland ist das anders.

Meyer-Wölden: Richtig.

SZ: War die 83-Tage-Beziehung inklusive Verlobung mit Becker ein PR-Gag?

Meyer-Wölden: Definitiv nicht. Da ist vieles geschrieben worden, was extrem verletzend für mich war. Ich hätte nie gedacht, dass mal solche Anschuldigungen kommen.

SZ: Es gibt ein schönes aktuelles Bild von einem Boxkampf, wo Sie mit Ihrem neuen Freund, dem deutschen Hobelhumoristen Oliver Pocher in der ersten Reihe sitzen. Da kommt gerade Herr Becker vorbei - und Sie drehen sich weg.

Meyer-Wölden: Das war ein unangenehmer Moment. Das Kapitel Becker ist für mich allerdings abgeschlossen.

SZ: Haben Sie nicht Angst, eine deutsche Paris Hilton zu werden? Wieso suchen Sie sich nicht einen einsamen, unbekannten Münchner als Freund?

Meyer-Wölden: Liebe ist doch nichts, was man planen kann.

SZ: Soll ich Ihnen mal vorlesen, was Oliver Pocher im Fernsehen über Sie gesagt hat? "Für Sandy trifft die Redensart zu: zu jung zum Sterben, zu alt für Lothar Matthäus". Wie demütigend.

Meyer-Wölden: Finden Sie? Ich konnte schon damals über diese Sprüche lachen.

SZ: Haben Sie denn in Miami schon Pocher-Sendungen gesehen? Sendungen, wo er an Hundegenitalien herumschnüffelt?

Meyer-Wölden: Na, ich wusste schon, wer er ist. Und dass er mich veräppelt hat, habe ich nie persönlich genommen.

SZ: Auch Peter Haas, der Vater des Tennisspielers Tommy Haas, sagt keine schönen Dinge über Sie. Sie seien immer nur auf Tommy und die mit ihm verbundene Aufmerksamkeit fixiert gewesen, meint er und nannte Sie einen "Fremdkörper in unserer Familie". Niemand habe seinen Sohn so sehr aufgehalten wie Sie.

Meyer-Wölden: Es spricht doch für sich, dass sich sein Sohn für das, was sein Vater über mich gesagt hat, öffentlich entschuldigt hat.

SZ: Haas, Becker, Pocher. Zudem spekulierte man, Lenny Kravitz, Julio Iglesias jr. und Flavio Briatore seien Ihre Partner. Haben Sie keine Angst, dass Sie die Geister, die Sie riefen, nicht loswerden?

Meyer-Wölden: Ich habe keine Geister gerufen. Wenn so etwas geschrieben wird, kann ich zwar einen Anwalt einschalten, aber beim Leser bleibt leider doch zu Unrecht ein gewisses Bild von mir. Lenny Kravitz habe ich in Miami kennengelernt und in einem Musikvideo mit ihm mitgespielt. Wir kannten uns über Barbara Becker, die mit einem Mitarbeiter von ihm zusammen war. Das war alles beruflich. Tommy habe ich mit zehn, zwölf Jahren kennengelernt. Da war er noch nicht bekannt. Ich habe Tommy nicht nach seinem Platz in der Weltrangliste ausgesucht. Der einzige prominente Freund, der nicht im weitesten Sinne aus dem Umfeld meiner Familie kam, ist Oliver Pocher, den ich auf einer Veranstaltung, die ich beruflich besuchte, kennengelernt habe.

SZ: Sie haben Ihre Kindheit in München-Grünwald, in den Cinqueterre und an der Costa Smeralda verbracht. Ihre Familie ist offensichtlich recht wohlhabend. Da Sie noch dazu ganz nett aussehen: Fliegt Ihnen das Glück im Leben zu?

Meyer-Wölden: Ich würde nie bestreiten, dass ich in meinem Leben unglaublich viel Glück gehabt habe. Aber wissen Sie: Mein Vater war jahrelang krank. Er starb, als ich 14 war. Darunter habe ich gelitten. Das macht weder Grünwald noch Sardinien wett. Könnte ich meinen Vater zurückhaben, so würde ich auf das alles verzichten.

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Meyer-Wölden: Meine Mutter ist in Eritrea geboren - auch ihr Leben hatte viel mit Glück zu tun. Sie kam nach Italien, wurde Sängerin, und als sie sich von ihrer Plattenfirma trennen wollte, brauchte sie einen Juristen und lernte meinen Vater kennen. Alles Zufälle! Ich bin nicht von Beruf Tochter. Von meiner Familie nehme ich keinen Pfennig, mein Leben finanziere ich mir von meiner Arbeit. Das ist ja auch eine Erziehungsfrage. Mein Vater und meine Mutter haben sich alles selbst erarbeitet und sehr viel Wert darauf gelegt, nie mit sich selbst zufrieden zu sein. Mein Vater ist in einem Kinderheim aufgewachsen, kam aus keinem gutem Elternhaus. Sein Studium finanzierte er sich als Gärtner und Taxifahrer. Meine Mutter hatte es noch schwerer in Eritrea.

SZ: Steffi Graf baut heute Kindergärten in Eritrea.

Meyer-Wölden: Ich weiß nicht genau, welche Projekte Steffi Graf unterstützt. Charity kommt für mich viel zu früh. Ich will erst einmal in meiner beruflichen Entwicklung weiterkommen. Erst dann habe ich die Legitimation für Charity.

SZ: Diese sogenannte Charity wäre vor allem gut für Ihre PR, meinen Sie nicht? Haben Sie schon einmal einen Fotografen wohin bestellt, nur um in die Zeitungen zu kommen? Es gibt da diese Fotos, auf denen Sie neben dem Fußballspieler Luca Toni zu sehen sind.

Meyer-Wölden: Niemals habe ich das gemacht. Ich trenne Privates und Berufliches strikt. Mit Luca Toni, den ich kaum kenne, habe ich am Rande einer Modeschau kurz nach der Trennung von Boris Becker gesprochen. Einige Fotografen haben das fotografiert - sofort war das Bild in der Zeitung. Damals wurde mir mit jedem Mann, der neben mir stand, eine Affäre angedichtet.

SZ: Gut, aber Sie wollen ja auch unbedingt in der Öffentlichkeit stehen. Da ist das nun einmal so.

Meyer-Wölden: Das ist überhaupt nicht so. Mein Beruf erfordert das teilweise. Ich versuche Privates und Berufliches voneinander zu trennen. Es ist furchtbar, privat ständig von Fotografen gehetzt zu werden. Und es ist furchtbar, abends in ein Restaurant zu gehen - und alle hören plötzlich auf zu sprechen.

SZ: Ihre neue Beziehung haben Sie nur einen Tag vor Beckers Hochzeit bekannt gemacht. Das war Kalkül, oder?

Meyer-Wölden: Auch das ist falsch. Es war eine Hetzjagd. Hier, in München-Schwabing, standen rund um die Uhr vier, fünf Fotografen vor meiner Tür, die nur auf einen Besuch von Oliver Pocher warteten. Als sie Oliver fotografierten und das Foto für sehr viel Geld verkaufen wollten, haben wir uns entschlossen, ihnen ihre Geschichte kaputtzumachen, indem wir unsere Beziehung offiziell bekanntgaben. Dass das kurz vor Beckers Hochzeit war, war völliger Zufall.

SZ: Und nun?

Meyer-Wölden: Ich bin sehr glücklich mit Olli und weiß, dass diese Beziehung sehr lange halten wird. Ende.

SZ: Wenn Sie Becker geheiratet hätten, hätte er Sie dann multimedial ähnlich gut vermarktet wie seine neue Frau?

Meyer-Wölden: Es ist uns was angeboten worden. Ich war damals extrem dagegen. Wieso sollte ich bei dem privatesten Moment meines Lebens die Öffentlichkeit dabeihaben wollen?

SZ: Sie haben heute denselben Agenten wie Pocher.

Meyer-Wölden: Das bietet sich an.

SZ: Und Pocher hat es dank Ihnen auf die Titelseite der Bunten geschafft.

Meyer-Wölden: Das ist nichts, was er gut findet. Wir werden nicht das Paar sein, das jede Woche den Boulevardmedien private Schlagzeilen liefert.

SZ: Aber Sie unterhalten sich doch gerade über Privates ...

Meyer-Wölden: Weil Sie mir die ganze Zeit private Fragen stellen. Mal im Ernst: Uns ist es ein Anliegen, Sachen klarzustellen. Es wird keine anderen privaten Interviews mehr geben. Zu meiner Beziehung ist nun alles gesagt. Das war's.

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