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Frankreich:Eltern gewinnen Kampf um Vornamen ihres Sohnes

n mit Tilde

Der Buchstabe, der Frankreichs Justiz jahrelang bewegte.

(Foto: oh)

Eine Tilde auf dem n wollte der französische Staat zwei Jahre lang nicht akzeptieren. Nun haben die Eltern aus der Bretagne den kuriosen Rechtsstreit für sich entschieden.

Was hierzulande Paul und Ben sind, sind in Frankreich Gabriel und Jules: mit die häufigsten Vornamen, die Eltern ihren neugeborenen Söhnen in den vergangenen Jahren gegeben haben. Ein Paar aus der Bretagne wollte nach der Geburt ihres Kindes im Jahr 2017 einen etwas individuelleren Weg gehen - und außerdem zwei in der Gegend zur Welt gekommene Schriftsteller ehren. Es folgte ein zweijähriger Rechtsstreit mit französischen Behörden.

Die nämlich waren von dem Vornamen Fañch nicht allzu begeistert. Genaugenommen: von der Tilde auf dem n. Ein Behördenmitarbeiter hatte sich geweigert, die auf der Geburtsurkunde des Jungen zu vermerken. Ein Vorgesetzter des Mannes hatte diese Entscheidung zwar wieder kassiert, das wiederum sah jedoch die hiesige Staatsanwaltschaft als Ansporn, gerichtlich um Respekt für die französische Sprache zu kämpfen.

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Dieser Kampf macht historisch eher bedingt Sinn: Zwar ist der Buchstabe ñ eigentlich Teil des lateinschriftlichen Alphabets des Spanischen. Er kommt aber auch im Bretonischen vor, das noch von mehreren Zehntausend Menschen insbesondere im Nordwesten Frankreichs gesprochen wird. Die Sprache wurde, wie andere Minderheitensprachen auch, lange Zeit unterdrückt. Mittlerweile wird sie vom französischen Staat toleriert.

Dem zuständigen Gericht war das egal. Da das n mit Tilde im Französischen unbekannt sei, verboten sie den Buchstaben im Vornamen des Jungen. Aber damit war der Streit längst nicht vorbei, denn die Eltern wollten sich das Urteil nicht gefallen lassen. Weitere drei Gerichtsentscheidungen - pro Tilde, dann contra Tilde und zum Schluss nochmal pro - später, haben sie sich nun gegen den französischen Staat durchgesetzt und der Junge darf endgültig Fañch heißen. "Endlich haben wir das hinter uns", zitiert der Guardian den Vater.

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