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Bevölkerung - Bremen:Einbürgerungskampagne in Bremen zeigt Erfolg

Bremen (dpa/lni) - Eine Einbürgerungskampagne in Bremen, die ausländische Einwohner zur Annahme der deutschen Nationalität bewegen soll, zeigt Erfolg. Im vergangenen Jahr sei die Zahl der Anträge auf eine Einbürgerung in Bremen um 31 Prozent auf 2003 gestiegen, teilte der Senat anlässlich einer Einbürgerungsfeier am Dienstag mit. Die Zahl der vollzogenen Einbürgerungen stieg zunächst zwar nur um 5,7 Prozent von 1462 auf 1545. Erwartet wird aber, dass noch etliche der übrigen Anträge erfolgreich sind. "Das zeigt, dass es sich lohnt, die Menschen direkt anzusprechen", sagte Integrationssenatorin Anja Stahmann (Grüne). "Wir ermuntern sie, sich zu dem Land zu bekennen, in dem sie ihren Lebensmittelpunkt haben."

Die Einbürgerungskampagne wurde Ende 2018 gestartet. Seitdem werden monatlich rund 1000 Ausländerinnen und Ausländer angeschrieben und auf die Möglichkeit der Einbürgerung und die damit verbundenen Möglichkeiten der Teilhabe hingewiesen. "Wer dauerhaft bei uns lebt, der soll die vollen Rechte eines Bürgers genießen", sagte Stahmann. "Dazu gehört es auch, politisch mitzubestimmen."

Im vergangenen Jahr nahmen in Bremen Menschen aus 99 Ländern die deutsche Staatsangehörigkeit an. Die Hauptherkunftsländer waren Türkei (248), Großbritannien (185), Iran (93), Polen (80) und Syrien (75). "Wir erwarten von niemandem, der die deutsche Staatsbürgerschaft annimmt, dass er seine eigene kulturelle Identität ablegt", sagte die Integrationssenatorin. "Und man muss auch kein Sauerkraut mögen, wenn man Deutscher werden will." Aber wer über viele Jahre in Deutschland lebe und die Gesellschaft aktiv mitgestalten wolle, der sei herzlich eingeladen, die Staatsbürgerschaft anzunehmen.

In Niedersachsen wurden nach den letzten verfügbaren Zahlen im Jahr 2018 insgesamt 8470 Ausländer eingebürgert. Eine Einbürgerungskampagne wurde in Niedersachsen 2015 gestartet.

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