Feminismus:Das große böse Ungenügend

Saralisa Volm, 2017

Kein Geld für eine OP und keinen Mut für die Selbstliebe: Saralisa Volm.

(Foto: Alessandra Schellnegger)

Der weibliche Körper wird noch immer öffentlich verhandelt, ohne dass zugleich die weibliche Selbstbestimmung gestärkt wird. Eine ungnädige Bestandsaufnahme anhand des Lebens, das ich am besten kenne: meines eigenen.

Gastbeitrag von Saralisa Volm

70 E. Rund und frisch. Und ein Tanga, der im Sitzen über der Hüftjeans mit Schlag herauslugt. In den frühen Nullerjahren war das eine Art Währung. Besonders, wenn man als 15-Jährige nicht übermäßig beliebt war. Wenn man, wie ich, vor sich hin schielte, zu viel in Clubs ging, keinen Ball fangen konnte und zu viel diskutierte. Und so waren meine Brüste wenigstens zu etwas zu gebrauchen, auch wenn ich sie nicht mochte. Diese Fettlappen mit Drüsengewebe, die zwar an mir dranhingen, aber nicht zu mir gehörten. Sie ließen sich in Staunen verwandeln. In Zigaretten und Kaugummis und in Komplimente von Menschen, die mich ansonsten mies behandelten. Ich habe meine Brüste benutzt. Und andere auch. Vor allem, um sie zu betatschen, zu fotografieren, sie anzustarren, sie abzufilmen, sie in noch mehr Staunen zu verwandeln. Meine Brüste waren ein Gebrauchsgegenstand: nervig, aber auch praktisch.

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