Zukunft der Arbeit:Du mich auch mal

Lesezeit: 4 min

Zukunft der Arbeit: Du, Chef, ich brauch mehr Geld: Duzen bei der Arbeit macht es nicht nur Chefs leichter, Grenzen zu überschreiten, sondern manchmal auch Mitarbeitern und Kolleginnen.

Du, Chef, ich brauch mehr Geld: Duzen bei der Arbeit macht es nicht nur Chefs leichter, Grenzen zu überschreiten, sondern manchmal auch Mitarbeitern und Kolleginnen.

(Foto: imago images/Shotshop)

Viele Menschen verbringen ihr Arbeitsleben in großen Organisationen mit ihren typischen Missverständnissen. Ein besonders häufiges: Wenn wir mit Kollegen und Chefs wie mit Freunden reden.

Von Peter Laudenbach, Kai Matthiesen, Judith Muster

Wenn Menschen sich mögen und keinen gesteigerten Wert auf den Sicherheitsabstand des formalen Umgangstons legen, bieten sie einander das Du an. Wenn das im Büro alle machen, ist es eine Konvention. Wird es aber vom Management angeordnet, ist es keine persönliche Wahl, sondern eine formale Entscheidung. Vielleicht soll das menschliche Nähe und die berühmten "flachen Hierarchien" signalisieren, vielleicht ist es aber auch nur Organisationsfolklore und der Versuch, Modernität zu demonstrieren. Wie viele andere Lockerungsübungen ist auch diese von der Kreativbranche in den ganz normalen, eher grauen Büroalltag gesickert: Auf einmal reden Konzern-Controller wie Start-up-Euphoriker.

SZ-Plus-Abonnenten lesen auch:
Interview mit Sido
"Mein Problem war selbst für die Profis relativ neu"
SZ-Magazin
Patti Smith im Interview
"Ich gehe mit den Verstorbenen, die ich liebe, durchs Leben"
Woman Soaking Feet in Basin; Fußgesundheit
Gesundheit
"Ein Fuß muss täglich bis zu 1000 Tonnen tragen"
Herfried Münkler im Interview
"Die fetten Jahre sind vorbei"
Arbeitskultur
Du bist nicht dein Job
Zur SZ-Startseite