Olympia-Attentat:Das deutsche Versagen

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Olympia-Attentat: Ankie Spitzer, die Witwe des von arabischen Terroristen ermordeten israelischen Fechttrainers Andrei Spitzer, steht in dem Raum, in dem die Geiseln am 5. September 1972 fast einen ganzen Tag lang gefangen waren.

Ankie Spitzer, die Witwe des von arabischen Terroristen ermordeten israelischen Fechttrainers Andrei Spitzer, steht in dem Raum, in dem die Geiseln am 5. September 1972 fast einen ganzen Tag lang gefangen waren.

(Foto: dpa)

Die Olympia-Macher von 1972 blendeten sich selbst mit ihrer Hoffnung auf "heitere Spiele". Dann geschah das Attentat. Über Versäumnisse, Fehler und Schamlosigkeiten, die den Angehörigen der Opfer zugemutet wurden - und vier Schritte, die jetzt nötig wären.

Von Roman Deininger und Uwe Ritzer

Mitte August 1972 traf im Auswärtigen Amt in Bonn dringende Post aus Libanon ein, ein Vermerk der deutschen Botschaft. Betreff: "Attentatspläne aus Anlass der Olympischen Spiele". Wenige Tage später sollte in München das olympische Feuer entzündet werden. Man habe, schrieb der Botschafter in Beirut, aus zuverlässiger Quelle erfahren, dass "von palästinensischer Seite ein Zwischenfall inszeniert" werden solle. Er rate daher dringend, alle Sicherheitsvorkehrungen zu treffen. Das Auswärtige Amt leitete den Vermerk an den Verfassungsschutz weiter. Dort befand ein Experte, das Szenario sei plausibel. Dann - verliert sich die Spur des Papiers.

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