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Kurzkritiken zu den Kinostarts der Woche:Vom Heroinrausch und der Quarter-Life-Crisis

Englands letzter Borderline-Rockstar spielt ein Zerrbild seiner selbst und eine junge Regisseurin will zeigen, dass Altwerden ganz schön hässlich sein kann. Welche Filme den Kinobesuch lohnen - und welche nicht.

Von den SZ-Kino-Kritikern

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Kurzkritiken zu den Kinostarts der Woche:"Confession of a Child of the Century"

Pete Doherty in "Confession"

Quelle: dpa

Die Filmstarts vom 20. Juni auf einen Blick - bewertet von den SZ-Kritikern. Rezensionen ausgewählter Filme.

"Confession"

Pete Doherty, Kate-Moss-Verführer und Englands letzter Borderline-Rockstar, hat im Heroinrausch einen Film gedreht - seinerzeit sorgte schon ein Einbruch bei den Dreharbeiten in Regensburg für Schlagzeilen. Leider kann Sylvie Verheyde den Rebellengeist mit ihrer Kamera nicht bannen - im Gehrock und Rüschenhemd spielt Doherty ein Zerrbild seiner selbst.

Joachim Hentschel

Im Bild: Pete Doherty als Octave

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Kurzkritiken zu den Kinostarts der Woche:"Die mit dem Bauch tanzen"

Film "Die mit dem Bauch tanzen" im Kino

Quelle: Zorro Filmverleih

"Altwerden ist hässlich", findet die 28-jährige Berliner Regisseurin Carolin Genreith. Selbstdiagnose: Quarter-Life-Crisis. In ihrem "Heimatfilm" porträtiert sie ihre lebenslustige Mutter und deren Bauchtanzgruppe. Was munter beginnt, wird zusehends zäh. Und allzu seicht, wenn Genreith ihre Befindlichkeit zum Problem ihrer Generation erklärt: Die will ja angeblich alles und bekommt am Ende vielleicht gar nichts. Ah ja.

Thorsten Glotzmann

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Kurzkritiken zu den Kinostarts der Woche:"Gambit - Der Masterplan"

Cameron Diaz, Colin Firth, Gambit

Quelle: Concorde Filmverleih

Ein Heuschober für 12 Millionen Pfund, ein Heuschober beim verdammten Sonnenuntergang. Ein Monet, einst von Göring geklaut! Eine Kunstfälscher-Komödie von Michael Hoffman, nach einem Script der Brüder Coen. Kunstexperte Colin Firth trickst gegen seinen Chef - glorreiches Ekel: Alan Rickman! - und nimmt dafür Umwege über the heart of Texas und das Gesims des Londoner Hotel Savoy in Kauf.

Fritz Göttler

Im Bild: Cameron Diaz als Rodeo-Queen PJ Puznowski und Colin Firth als Kurator Harry Deane

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Kurzkritiken zu den Kinostarts der Woche:"Man of Steel"

Film "Man of Steel" im Kino

Quelle: Warner Bros. Pictures

Vor sieben Jahren flog Superman zuletzt im Kino - und fiel durch. Seither greift das Superheldentum dermaßen um sich, da konnte auch der Urvater nicht länger ruhen. Konzipiert von Chris Nolan und inszeniert von Zack Snyder hadert er erneut mit seinen Superkräften und fühlt sich auf der Erde als Außenseiter. Um dann, im Kampf mit General Zod, doch noch mächtig aufzudrehen

Tobias Kniebe

Eine ausführliche SZ-Filmrezension lesen Sie hier.

Im Bild: Henry Cavill als Superman und Amy Adams als seine Partnerin Lois Lane

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Kurzkritiken zu den Kinostarts der Woche:"Die Monster Uni"

Film "Die Monster Uni" im Kino

Quelle: Walt Disney Germany

Zwölf Jahre nach der "Monster AG" geht es zurück an die Uni, wo die Nachwuchs-Monster Mike und Sulley Schreckwissenschaften studieren. Der kleine Zyklop Mike ist wie alle großen Cartoon-Figuren manisch-depressiv und diktiert mit seinen Stimmungsschwankungen ordentlich Witz und Tempo. Nur hat sich Dan Scanlon für seinen Film etwas zu sehr von Harry Potter und den "Hunger Games" inspirieren lassen.

David Steinitz

Im Bild: Die beiden Monster Sully und Mike feiern ein Party

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Kurzkritiken zu den Kinostarts der Woche:"Promised Land"

Film "Promised Land" im Kino

Quelle: Universal Pictures Germany

Kaum ein Regisseur kann so gut mit Zwiespältigkeiten umgehen, wie Gus Van Sant. Doch bei diesem Film über das heikle Umweltthema Fracking verliert er sich in erzählerische Routine. Matt Damon als Vertreter eines Energiekonzerns und John Krasinski als Umweltschützer führen routiniert durch Drehs und Wendungen. Bis zu einem viel zu klaren Ende.

Andrian Kreye

Eine ausführliche SZ-Filmrezension lesen Sie hier.

Im Bild: Frances McDormand als Sue Thomason und Matt Damon als Steve Butler

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Kurzkritiken zu den Kinostarts der Woche:"The Sapphires"

Film "The Sapphires" im Kino

Quelle: Senator Filmverleih

Die Zukunft sieht nicht glänzend aus, wenn man im Jahr 1968 jung, Aborigine und weiblich ist. Außer: man kann singen. Regisseur Wayne Blairs sentimentale Komödie über vier australische Mädchen, die als Soul-Group nach Vietnam gehen, erzählt von Rassismus, Courage und Truppenunterhaltung im Rhythmus der besten Musik.

Doris Kuhn

Im Bild: Shari Sebbens als Kay, Jessica Mauboy als Julie, Miranda Tapsell als Cynthia und Deborah Mailman als Gail

© SZ vom 20.06.2013/noa
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