Wer ein vertrautes Wort sehr, sehr, sehr häufig sieht, dem kann es auf einmal sonderbar fremd vorkommen. Dieser Effekt wird "Jamais-vu" genannt, als Gegenstück zum "Déjà-vu". Eben erst hat ein Neurowissenschaftler der University of St. Andrews nachgewiesen, dass sich diese Erscheinung auch unter Laborbedingungen hervorrufen lässt und einen Ig-Nobelpreis dafür erhalten, den alternativen Nobelpreis für überraschende Forschungsansätze. Für die Retrospektive der kanadischen Künstlergruppe General Idea ist nun im Berliner Martin-Gropius-Bau eine ganze Suite von Sälen mit dem Wort "Aids" so durchtapeziert worden, dass sich der einst omnipräsente Angstbegriff einer ganzen Epoche zum Ornament aufzulösen scheint.
Ausstellung in BerlinVon Pudeln und Pillen
Lesezeit: 6 Min.

Die Retrospektive der kanadischen Künstlergruppe "General Idea" in Berlin ist auch ein Zeit-Tunnel in die Jahre der Aids-Krise.
Von Peter Richter
