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Gedenkstätten - Gardelegen:Gedenkstätte in Gardelegen muss Eröffnung verschieben

Altmarkkreis Salzwedel
Das Dokumentationszentrum der Gedenkstätte Feldscheune Isenschnibbe Gardelegen. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild (Foto: dpa)

Gardelegen (dpa/sa) - Auch dem neu gebauten Besucherzentrum der Gedenkstätte Feldscheune Isenschnibbe Gardelegen machen die aktuellen Kontaktbeschränkungen einen Strich durch die Rechnung. Die ursprünglich für diesen Montag geplante Eröffnung der Dauerausstellung, zu der auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier eingeladen war, findet nicht statt. "Das hatten wir uns als riesengroßes Highlight vorgestellt", sagte der Direktor der Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt, Kai Langer, der Deutschen Presse-Agentur. Eine Idee, wie die Dauerausstellung stattdessen eröffnet werden soll, gebe es noch nicht.

Zum 75. Jahrestag des Massakers in der Feldscheune Isenschnibbe hätten Familienangehörige der Überlebenden und Ermordeten anreisen wollen. Nun kündigte Gedenkstättenleiter Andreas Froese an, vermehrt auf digitale Formen des Gedenkens und Erinnerns zu setzen. Unter dem Hashtag #Gardelegen45 werde es in den sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter und Instagram tageshistorische Rückblicke auf das Geschehen vor 75 Jahren geben. Dazu gehörten Berichte zu den Räumungen der Konzentrationslager und den Todesmärschen nach Gardelegen. Die Gedenkstätte bittet auch Bürger um private Beiträge und Dokumente zur Frage, was die Erinnerung an das Massaker von Gardelegen heute für sie bedeutet.

Mehr als 1000 KZ-Häftlinge mussten kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges nach der Evakuierung mehrerer Konzentrationslager einen sogenannten Todesmarsch antreten. In der Nähe des Gutes Isenschnibbe wurden sie in eine Scheune gesperrt, die am Abend des 13. April 1945 angezündet wurde. Häftlinge wurden erschossen.

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