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Eichinger-Dokumentation "Der Bernd":Am Ende die "fehlende Anerkennung"

So darf jetzt also gesagt werden, dass der Bernd einmal praktisch schon ruiniert war und dann vor dem Warner-Studioboss auf die Knie gesunken ist - und um seine Existenz flehte. Oder dass da Hass war, echter Hass, zwischen dem Bernd und seiner Regisseurin Doris Dörrie, bei "Ich und Er". Oder dass der Constantin-Vorstand Martin Moszkowicz den "Untergang" lieber gar nicht gedreht hätte - und das für den Bernd bereitgestellte Budget dann am Ende bedenklich knapp war.

All das hätte man gern noch viel genauer gewusst - "Der Bernd" deutet diese Dinge nur an und springt dann weiter. Es müssen ja auch die Frauen zu Wort kommen - und erzählen, wie sie gegen ihren Willen Champagner trinken mussten, und dass der Mann immer dasselbe zum Essen bestellt hat, im immergleichen Lokal, am immergleichen Tisch. Die Tochter darf wiederum berichten, wie sie schon als kleines Mädchen im Schumann's saß, weil der Vater nicht so recht wusste, was man mit Kindern sonst hätte anstellen können.

Als dramatischer Großbogen des Films entpuppt sich, trotz all der gezeigten Triumphe, am Ende die "fehlende Anerkennung" des Bernd - durch Filmkollegen und Kritiker. All die Jahre habe er darunter gelitten, erzählen die Weggefährten. Und erst kurz vor Schluss dieses viel zu kurzen Lebens sei der Eisblock der Missachtung endlich geschmolzen, in einer endlosen Standing Ovation beim Ehrenpreis des Deutschen Filmpreises - als es fast schon zu spät war.

Dazu könnte man sagen, dass die fundamentale und primäre Gabe des Bernd Eichinger, immer wieder ein Millionenpublikum zu faszinieren, zu mobilisieren und für seine Filme zu gewinnen, der Anerkennung durch irgendwen gar nicht bedurfte - sie war schlichtweg offensichtlich. Ihr verdankt er seinen Ruf, seinen Lebensstil, seinen Mythos.

Natürlich wollte er mehr, wollte auch alle Preise abräumen und gefeiert werden von den Intellektuellen und Kritikern. Das lag in seiner Natur. Gerade der Spannungsbogen dieses Films aber zeigt: Eine Welt, die ihm alles gegeben hätte, an der er sich gar nicht mehr hätte reiben können - die wäre ihm schnell zu langweilig geworden.

Bernd Eichinger

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