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Deutsches Guggenheim wird geschlossen:Aus für den "Kunstraum von morgen"

Das Guggenheim in Berlin ist eine der führenden Adressen für zeitgenössische Kunst und zieht Tausende Besucher an. Nun schließt das Museum Ende des Jahres seine Pforten, teilten Deutsche Bank und die Guggenheim-Stiftung mit. Die genauen Gründe erläuterten sie jedoch nicht.

Was sich seit seiner Gründung als gemeinsames Vorzeigeprojekt der Deutschen Bank und der amerikanischen Guggenheim-Stiftung erwies, ist bald Geschichte. Das Deutsche Guggenheim in Berlin wird Ende des Jahres geschlossen, wie die Deutsche Bank bekanntgab.

Deutsche Guggenheim Berlin

Das Deutsche Guggenheim in Berlin - bald Geschichte.

(Foto: Deutsche Guggenheim Berlin)

Das Museum in Berlin ist eines von fünf Standorten der Stiftung mit Sitz in New York und zeichnete sich vor allem als führende Adresse für zeitgenössische Kunst aus. In den letzten Jahren konnte es mit seinen 57 Ausstellungen 1,8 Millionen Besucher verbuchen.

Als Grund für die Schließung des "Kunstraums von morgen" gab die Deutsche Bank an, dass der Vertrag Ende 2012 ausläuft. "In diesem Zusammenhang haben Guggenheim und die Deutsche Bank die gemeinsame Entscheidung getroffen, die Ausstellungshalle zu schließen", hieß es. Jedoch bestünden Pläne, die Zusammenarbeit auf einer anderen Ebene weiterzuführen. Um welche es sich dabei handelt, ist noch nicht bekannt.

Alle noch für dieses Jahr geplanten Ausstellungen sollen noch laufen. Derzeit ist unter dem Titel "Found in Translation" eine Gruppenschau von neun zeitgenössischen Künstlern zu sehen.

Aber Bank und Museum planen schon die weitere Nutzung der Räumlichkeiten Unter den Linden: Der Chef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, kündigte an, dass das ehemalige Museum als Dialogforum zwischen Wirtschaft, Politik, Kultur und Gesellschaft genutzt werden soll.

Für die Bundeshauptstadt stellt die Schließung des Deutschen Guggenheim einen großen Verlust dar, da es nach Ansicht einiger Experten in der sonst so kunstbewussten Stadt schon jetzt zu wenig Raum für zeitgenössische Kunst gibt.

Die weltbekannte Guggenheim-Stiftung wurde 1937 vom Industriellen und Kunstsammler Solomon R. Guggenheim in New York gegründet und im Laufe der Zeit durch Zukäufe und Schenkungen erweitert. Seit 1959 wird die Sammlung in dem von Frank Lloyd Wright in Schneckenform geschaffenen Gebäude am Central Park beherbergt.

Neben den Guggenheim-Museen in New York und Berlin betreibt die Stiftung Museen in Venedig, Bilbao und Las Vegas. Daneben ist eine weitere Niederlassung in Abu Dhabi geplant. Der eigentlich für dieses Jahr geplante Start wurde auf 2017 verschoben.

© süddeutsche.de/dpa/mapo/cag

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