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Nachruf auf Jacques d'Amboise:Der Tanzkönig

Jacques d'Amboise in New York im Jahr 1963.

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Vom Rowdy Manhattans zum Liebling des New York City Ballet: Jacques d'Amboise ist gestorben.

Von Dorion Weickmann

Im Schlepptau der älteren Schwester verschlug es ihn zum Ballett, wo er zunächst als Störenfried auffiel. Bis ihn der Lehrer ermahnte, gefälligst höher zu springen als die Mädchen. Höher, schneller, weiter - diese Ansprache verstand der Rowdy, der in den Vierzigerjahren im Norden Manhattans aufwuchs und am liebsten mit seiner Gang durch die Gegend zog. Dass aus Jacques Joseph Ahearn alias Jacques d'Amboise der ungekrönte Tanzkönig des New York City Ballet, werden sollte, war nicht vorauszusehen.

Tatsache ist: Für d'Amboise choreografierte der gemeinhin auf Ballerinenzauber abonnierte George Balanchine mehr Rollen als für jeden anderen Tänzer der Kompanie. Von 1953 an glänzte der Charismatiker nicht nur in Werken wie "Stars and Stripes" oder "Jewels". Vielmehr galt er als traumhafter Partner für sämtliche Top-Ladies des City Ballet - ein Ruf, der ihn auch am Broadway gut ins Geschäft brachte. 1984 zog sich d'Amboise aus dem Rampenlicht zurück und widmete sich seiner Mission als Gründer des National Dance Institute, das er 1976 ins Leben gerufen hatte - gemeinsam mit seiner Frau, mit der er auch vier Kinder großzog. Im Alter von 86 Jahren ist Jacques d'Amboise am 3. Mai in Manhattan verstorben. Für die Tanzwelt bleibt er unsterblich.

© SZ/clu
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