20 Jahre 9/11:Was vom 11. September bleibt

20 Jahre 9/11: Wegweiser eines New Yorker Lebensgefühls: das 2001 zerstörte World Trade Center.

Wegweiser eines New Yorker Lebensgefühls: das 2001 zerstörte World Trade Center.

(Foto: AP)

Die Anschläge im Jahr 2001 haben ein Zeitalter der Sorglosigkeit und Lässigkeit beendet. Über einen historischen Vormittag an der amerikanischen Ostküste, dessen Folgen bis heute deutlich zu spüren sind.

Von Andrian Kreye

Sind die Anschläge des 11. September 2001 wirklich Geschichte? Der Himmel über New York ist im September von diesem Azurblau, das einen sofort in die Stimmung zwischen der Melancholie des Abschieds vom Sommer und der Euphorie des Aufbruchs in die Geschäftigkeit des Herbstes versetzt. Seit zwanzig Jahren mischt sich nun der Stich der Erinnerung an die Anschläge von 9/11 in diese Spätsommerlaune. Wer damals dort lebte, verspürt beim Blick in den Süden von Manhattan einen Phantomschmerz. Dort, wo einst das World Trade Center stand, klaffte lange eine Lücke. Nun stehen dort andere Türme, Kraftakte aus Glas und Stahl von Titanen der Architektur wie David Childs, Richard Rogers, Frank Gehry. Zugegeben, Minoru Yamasakis Zwillingstürme waren keine Schönheit. Mit ihren Fassaden aus Aluminiumstreben und der Formensprache von Toastbroten dienten sie Kritikern als Beleg für die Unzulänglichkeiten der modernen Architektur. Für die New Yorker aber waren sie ein Südstern auf ihrer Insel Manhattan, der ihnen immer den Weg nach Downtown wies, jener Gegend zwischen dem Bankenviertel der Wall Street und dem Büroviertel von Midtown, in dem in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts der Mythos von der Welthauptstadt der Kultur lebte.

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