Venture Capital:Geld für gute Ideen

Lesezeit: 4 min

Venture Capital: Marina Zubrod, Chiara Sommer und Videesha Kunkulagunta (von links nach rechts) bloggen zum Thema Venture Capital.

Marina Zubrod, Chiara Sommer und Videesha Kunkulagunta (von links nach rechts) bloggen zum Thema Venture Capital.

(Foto: Silke Werzinger)

Selbst das genialste Geschäftsmodell braucht eine Finanzierung: Drei Wagniskapitalgeberinnen erklären, was Gründerinnen und Gründer wissen müssen.

Interview von Lea Hampel

Marina Zubrod, Videesha Kunkulagunta und Chiara Sommer haben ein Blog, mit dem sie die, wie sie es nennen, "Blackbox Venture Capital" öffnen wollen - für Gründer auf der Suche nach finanzieller Unterstützung, aber auch in der Branche. Austausch ist "superwichtig", sagen sie und erzählen gern von ihren Erfahrungen.

PLAN W: Woran erkennt man eine gute Idee?

CHIARA SOMMER: Idealerweise gibt es ein gutes Team, die Möglichkeit, die Idee umzusetzen - zum Beispiel die Technologie-, ein cleveres Geschäftsmodell und einen Markt. Aber in den meisten Fällen passt nie alles. Mit der Zeit lernt man: Die Idee verschafft einem am Anfang einen direkten Wettbewerbsvorteil, jedoch ist wichtig, dass das Team schnell umsetzen und adaptieren kann.

MARINA ZUBROD: Stimmt, denn selbst ein schlechtes Produkt kann von einem Bombenteam vorangetrieben werden - und umgekehrt.

VIDEESHA KUNKULAGUNTA: Das Timing ist wichtig, vor allem bei technologischen Neuerungen. Denn es gibt viele Möglichkeiten, Probleme zu lösen. Wenn man es hingegen schlecht anstellt, verpasst man eine ganze Technologie.

Muss denn die Idee immer mit neuer Technologie zusammenhängen?

SOMMER: Es ist einfach oft der Fall - oder die Idee stellt einen vorhandenen Markt auf den Kopf oder ermöglicht einen Preiskampf, der vorher nicht da war.

ZUBROD: Auf keinen Fall muss es immer neue Technologie sein. Zalando zum Beispiel zeigt: Man kann erfolgreich sein, obwohl die Idee an sich banal ist.

SOMMER: Es geht eher um etwas, was wir "executional excellence" nennen - also die perfekte Ausführung.

Wie sehr verändern sich Ideen bis zur und auch nach der Gründung?

SOMMER: Sehr stark. Die Innovationszyklen sind kurz, die Märkte und die Nachfrage verändern sich schnell. In meinem Portfolio gibt es kaum eine Firma, die so geblieben ist, wie sie gestartet ist. Ein Beispiel ist Asanayoga. Gestartet wurde mit Yoga-E-Commerce, dann die Entwicklung zur Yoga-App. Das Angebot wurde immer weiter angepasst und geht nun mehr in Richtung Fitness-Plattform. Mittlerweile spielen sogar Ernährungsaspekte eine Rolle. Änderungen gibt es in Firmen in dieser Branche im wöchentlichen Rhythmus.

ZUBROD: Ich bin seit Kurzem unter die Gründer gegangen, mit einem Versicherungsdienstleister, und tue gerade genau das: Ich drehe die Geschäftsidee komplett um. Bisher haben wir uns an Endkunden gerichtet, nun konzentrieren wir uns auf Geschäftskunden. Die Gründe: Wir waren zu spät dran, andere haben besser und schneller gegründet und hatten mehr Kapital, der Markt ist überfüllt.

KUNKULAGUNTA: Diese Gefahr besteht immer, vor allem weil es günstiger geworden ist, eine Firma zu gründen und aufzubauen. Die Wahrscheinlichkeit, dass andere die gleiche Gelegenheit sehen, ist hoch. Dann geht es nur darum, wer das Rennen um Geld gewinnt.

SOMMER: Wenn Technologie und Geld fehlen, helfen Innovation und eine passende Marktstruktur auch nicht.

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