Geld:Der US-Dollar ist anfälliger für Fälschungen

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Natürlich ist nicht jede Währung gleich fälschungssicher. Der US-Dollar etwa ist anfälliger für Fälschungen. Nicht nur, weil er eine Weltwährung ist, die überall akzeptiert wird und damit in großen Mengen kursiert. Sondern auch, weil er "gewisse Schwächen" habe, wie Mittelstaedt diplomatisch sagt.

Der Aufwand bei Technik und Sicherheit kostet Zeit - und Geld. Die erste Visualisierung einer neuen Banknote dauert etwa zwei Wochen, aber bis zur fertigen Serie vergehen noch mal ein bis zwei Jahre. Und je mehr Sicherheitselemente ein Kunde wünscht, desto teurer wird logischerweise das Endprodukt. Auch die Größe der Geldscheine und die Staffelung des Notenwertes spielen beim Preis eine Rolle. Er schwankt, grob geschätzt, zwischen 40 und 100 Euro pro 1000 Banknoten. Am teuersten sind derzeit die neuen Schweizer Banknoten mit 400 Franken pro 1000 Stück.

Auf die Qualität des Designs hat der Umfang der Sicherheitsmerkmale keinen Einfluss. "Wir arbeiten für jeden Kunden mit der gleichen Leidenschaft", sagt Designerin Annette Wüst, und ihr Chef ergänzt: "Wir machen auch für weniger zahlungskräftigere Kunden ein hochwertiges Design." Neben der Integration von Sicherheitselementen müssen die Designer auch auf andere Aspekte achten. In Ländern mit einem hohen Anteil von Analphabeten ist es zum Beispiel wichtig, dass sich die einzelnen Banknoten durch Größe und Farbe so deutlich voneinander unterscheiden, damit ihr Wert von jedem erkannt werden kann. Und in tropischen Ländern muss mit anderen Materialien gearbeitet werden, um die Verschmutzung zu reduzieren.

Und dann sind da ja auch noch die Kunden mit ihren Wünschen. Als Theo Rebele 1981 anfing, hat G+D neben der D-Mark hauptsächlich Wertpapiere gedruckt und hatte eine Handvoll internationaler Kunden. Heute sind es weltweit 70 bis 80, und es gehört nicht viel Fantasie dazu, dass darunter auch Länder sind, die, vorsichtig ausgedrückt, etwas schwieriger sind als andere. Nicht immer können die Designer dann mit einem leeren Blatt Papier anfangen, oft werden Entwürfe von Landeskünstlern vorgelegt, und die Erwartung ist dann: Macht daraus mal eine Banknote. "Das muss dann funktional gemacht werden", umschreibt Mittelstaedt höflich den Umstand, dass das eben manchmal etwas dauern kann.

Für die Designer ist jedes Projekt immer wieder aufs Neue spannend. "Wir stellen etwas her, das die Menschen jeden Tag in der Hand halten", sagt Corinne Veith. Und ihr Kollege Theo Rebele kann sich auch nach mehr als 35 Jahren "nichts Tolleres vorstellen als das, was ich mache".

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