Floskeln und geheime Codes der Personaler So sollte ein Arbeitszeugnis aussehen

Folgende Kriterien sollte ein Zeugnis den Experten von Finanztest zufolge erfüllen:

  • Anspruch: Nicht nur Arbeitnehmer, auch freie Mitarbeiter und Auszubildende können ein Arbeitszeugnis verlangen. Ein gesetzlicher Anspruch auf ein Zeugnis besteht drei Jahre nach Ende des Arbeitsverhältnisses. So lange sollten Mitarbeiter aber nicht warten - Arbeitsgerichte hielten einen Zeitraum von vier bis zehn Monaten für angemessen, schreibt die Finanztest.
  • Formalien: Das Arbeitszeugnis sollte schriftlich und auf Firmenpapier ausgestellt werden. Eine Mail ist nicht ausreichend. Flecken, Eselsohren oder Korrekturen können reklamiert werden. Neben Ausstellungsort und -datum gehört auch die Unterschrift des Arbeitgebers auf das Dokument.
  • Inhalt: Wer nur einige Tage oder Wochen für ein Unternehmen gejobbt oder ein Praktikum absolviert hat, bekommt in der Regel nur ein "einfaches Zeugnis" ausgestellt, das eine Tätigkeitsbeschreibung und Schlussformel enthält. Wer länger dabei war, bekommt ein "qualifiziertes Zeugnis", in dem Tätigkeiten aufgeführt werden und die Leistung bewertet wird.
  • Aufbau: Los geht es mit Überschrift, Anschrift des Arbeitgebers und den Daten zum Arbeitnehmer (Name, Beschäftigungsdauer, Position). Es folgt die Beschreibung aller ausgeführten Tätigkeiten und die Beurteilung von Leistung und Verhalten. Typische Kriterien sind hierbei die Arbeitsweise, das Fachwissen, die Motivation und Erfolge sowie der Umgang mit Kunden, Kollegen und Vorgesetzten. Aus einer zusammenfassenden Beurteilung lässt sich auf eine Gesamtnote schließen. Das Zeugnis endet mit Danksagung und Wunschformel - im Schlussteil findet sich auch ein Hinweis auf den Grund, aus dem ein Mitarbeiter das Unternehmen verlässt, so Finanztest.
  • Tabu: Abmahnungen oder Krankheitstage haben in einem Arbeitszeugnis nichts zu suchen. Auch eine Elternzeit darf, so die Experten, nur dann Erwähnung finden, wenn sie mehr als die Hälfte der gesamten Beschäftigungsdauer ausgemacht hat.
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Wer das Gefühl hat, dass ein Zeugnis nicht mindestens gut oder sehr gut ausfällt, sollte sich an den ehemaligen Arbeitgeber wenden. Häufig lassen sich so Missverständnisse klären. Gerade in kleineren Unternehmen kommt es durchaus vor, dass die Vorgesetzten selbst nicht firm in den Zeugnis-Formulierungen sind.

Ist das alte Unternehmen nicht kompromissbereit, bleibt als letzte Möglichkeit der Gang vor Gericht. Allerdings liegt in diesem Fall die Beweislast beim Arbeitnehmer: Er muss nachweisen, dass die eigene Leistung besser als "befriedigend" war. Daher empfiehlt Finanztest, sich in diesem Fall unbedingt den Rat eines Anwalts einzuholen.

Das sollte aber das letzte Mittel sein - sowohl im Hinblick auf den Job als auch auf die Liebe.

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