Berufe:Jetzt mit eigener Ausbildung: Kaufleute im E-Commerce

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9. Interface-Designer

Wer jemals vor einem Automaten verzweifelt aufgegeben hat, bringt tüchtigen Interface-Designern die größte Hochachtung entgegen: Sie entwerfen und designen digitale Benutzeroberflächen von Computerprogrammen, Apps, Automaten oder auch Robotern und sorgen dafür, dass sie intuitiv und ohne großes Kopfzerbrechen bedient werden können. In Zeiten, in denen Menschen den größten Teil des Tages am Computer oder am Smartphone verbringen, am Flughafen selbst einchecken und im Supermarkt an Self-Service-Kassen bezahlen, ist das Gelingen der Mensch-Maschine-Kommunikation wichtiger denn je. Interface-Designer müssen sich nicht nur mit Design, sondern auch mit digitaler Technik und den Grundlagen von Kommunikation und Didaktik auskennen. Mehrere Hochschulen bieten dazu inzwischen spezielle Studiengänge an.

10. Social-Media-Manager

Facebook, Instagram, Twitter, Youtube - viele Kanäle müssen regelmäßig und fachgerecht bespielt werden, wenn Unternehmen bei Kunden oder Bewerbern im Gespräch bleiben wollen. Viele beschäftigen deshalb Social-Media-Manager, die ihre Zielgruppen zum richtigen Zeitpunkt mit den richtigen Bildern, Texten und Videos versorgen, zugkräftige Hashtags auswählen und die Zusammenarbeit mit Influencern organisieren. Die Schnelllebigkeit von Internettrends verlangt Social-Media-Managern viel Flexibilität und häufige Strategiewechsel ab. Die direkte Kommunikation mit den Nutzern gehört streng genommen nicht zum Berufsprofil, sondern ist der Job der "Community Manager", die auch schon in Berufenet stehen. Aus Kostengründen müssen viele Social-Media-Manager trotzdem beide Aufgabenbereiche übernehmen.

11. Kaufleute im E-Commerce

Der Online-Handel gilt als Wachstumsfeld schlechthin, 2018 wurden schon mehr als zehn Prozent der Gesamtumsätze des Einzelhandels im Internet erzielt. Im vergangenen Herbst startete die neue Ausbildung zum "Kaufmann/Kauffrau im E-Commerce" mit bundesweit rund tausend Auszubildenden. Damit hat ein Beruf, den viele in der analogen Welt ausgebildete Händler schon längst ausüben, endlich eine eigene Bezeichnung bekommen. Für Kaufleute im E-Commerce stehen Themen wie Präsentation und Vermarktung der Waren über Online-Shops und -Portale sowie soziale Medien, die elektronische Kundenkommunikation und die Zahlungsabwicklung im Mittelpunkt. Buchhaltung und Controlling müssen sie natürlich ebenfalls beherrschen. Den neuen Auszubildenden prophezeit der Handelsverband Deutschland (HDE) beste Zukunftschancen.

12. Operationstechnische Assistenten

Auch in der Chirurgie spielt Computer- und Robotertechnik eine immer größere Rolle: Der Ablauf von OPs wird mit bildgebenden Systemen unterstützt, Skalpelle sind mit Sensoren ausgestattet, ferngesteuerte Roboter führen hochpräzise minimalinvasive Operationen aus. Operationstechnische Assistenten haben dieselben Aufgaben wie OP-Pfleger, sind aber nicht für die stationäre Pflege ausgebildet. Sie bereiten Geräte und Instrumente vor, assistieren den Chirurgen und überwachen Atmung und Kreislauf der Patienten während der Operation. Die dreijährige Berufsfachschulausbildung basiert bislang nur auf einer Empfehlung der Deutschen Krankenhausgesellschaft. Nach einem Beschluss des Bundesrats soll das Berufsbild jetzt bundeseinheitlich geregelt und staatlich anerkannt werden.

Info: Berufenet, eine Datenbank der Bundesagentur für Arbeit, liefert trotz einer wenig einladenden Oberfläche nach wie vor die umfassendste Auflistung von Ausbildungs- und Tätigkeitsbeschreibungen. www.berufenet.arbeitsagentur.de

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