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Krankenhäuser - Essen:Bürgerbegehren und Protest gegen Klinikschließung

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Essen (dpa/lnw) - Mit einem Demonstrationszug haben Essener Bürger am Mittwoch gegen die Schließung des Vincenz-Krankenhauses im Essener Norden protestiert. "Mitten in der Corona-Pandemie werden hier 190 Betten ersatzlos gestrichen", beklagte die Sprecherin Jutta Markowski. Für die Bürger verdoppelten sich die Wege bis zur nächsten Klinik, und es fielen in der Pandemie dringend benötigte Intensivbetten weg. An dem Demonstrationszug und einer Kundgebung vor dem Krankenhaus nahmen laut Polizei rund 100 Menschen teil, die teils Kerzen vor dem Krankenhaus ablegten. Markowski kündigte ein Bürgerbegehren an: Die Stadt solle notfalls ein neues Krankenhaus eröffnen, um wieder eine standortnahe Versorgung gerade für Notfälle sicherzustellen.

Das Krankenhaus des Klinik-Betreibers Contilia schließt zum Jahresende. Ende September 2020 war bereits ein anderes Krankenhaus im Essener Norden geschlossen worden. Der Krankenhaus-Betreiber verweist auf sein Versorgungskonzept, nach dem ein anderes Haus im Essener Stadtteil Borbeck die Patienten im Norden zentral übernehmen soll. Das Borbecker Philippusstift sei dafür ausgebaut und modernisiert worden. Im übrigen verfüge Essen über eine "herausragende Menge an exzellenten Krankenhäusern", hieß es in einer Contilia-Mitteilung. Auch für dringende Erkrankungen wie Schlaganfall oder Herzinfarkt stünden vier spezialisierte Kliniken mit kurzen Fahrzeiten bereit.

NRW- wie bundesweit nimmt die Zahl der Krankenhäuser ab. Klinikschließungen sorgen immer wieder für erhebliche Bürgerproteste. Laut Krankenhausgesellschaft NRW gibt es im Bundesland aktuell noch 345 Krankenhäuser (ohne Reha-Kliniken). Ein Gesetzentwurf zur künftigen Gesundheitsversorgung wird derzeit im NRW-Landtag diskutiert.

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