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Gesundheit - Stuttgart:Chorverbände protestieren gegen Gesangsverbot an Schulen

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Stuttgart (dpa/lsw) - Kirchliche und weltliche Chorverbände im ganzen Land protestieren gegen die geplanten Corona-Regeln für Schulen nach den Sommerferien. Das Gesangsverbot in geschlossenen Räumen gefährde die "jahrzehntelang aufgebaute und erfolgreiche chorische Arbeit in den Schulen in Baden-Württemberg existenziell", teilten die Verbände am Donnerstag mit. In einem Schreiben fordern sie Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) auf, das Konzept zu überarbeiten. Das gemeinsame Singen in Schulen stelle eine existenzielle Grundlage für die Chorarbeit in Kirchen und Vereinen dar. Zugleich sei es als positiver emotionaler und sozialer Effekt auf Kinder und Jugendliche aus dem Schulalltag nicht wegzudenken. Das pauschale Verbot des Kultusministeriums sei "ebenso erschreckend wie unverständlich".

Die Verbände haben nach eigenen Angaben bereits erfolgreiche Hygienekonzepte entwickelt, um Chorproben wieder stattfinden lassen zu können und bieten dem Kultusministerium ihre Unterstützung an.

Zum ersten Mal überhaupt würden alle Chorverbände an einem Strang ziehen, sagte Marcel Dreiling, Musikdirektor des Schwäbischen Chorverbands. Der Schwäbische Chorverband ist nach eigenen Angaben Dachverband für rund 65 000 Sänger in 2600 Chören.

Das Kultusministerium weist die Kritik zurück. "Singen ohne Abstand geht nicht, da laut einschlägiger Experteneinschätzung beim Singen ein erhöhtes Infektionsrisiko durch die vermehrte Bildung von Aerosolen besteht", teilte eine Sprecherin mit. "Dieses Thema sollte den Chorverbänden eigentlich bekannt sein." Das Ministerium werde aber auch über mögliche Lösungen für das Singen mit mehr Abstandsmöglichkeiten nachdenken, "etwa was die Nutzung von größeren Räumlichkeiten, also abseits der Klassenräume, betrifft".

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