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Gesundheit:Kontrolle: Mehrheit hält sich an Maskenpflicht

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Ein bayrischer Polizist steht neben einem eingeschaltetem Blaulicht. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Symbolbild (Foto: dpa)

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Nürnberg (dpa/lby) - Angesichts der vielerorts auf Rot oder Gelb stehenden Corona-Ampel hat die bayerische Polizei am Freitag verstärkt die Einhaltung der Vorschriften kontrolliert. "Die weit überwiegende Mehrzahl der Menschen hält sich vorbildlich an die Maskenpflicht", sagte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Nachmittag in Nürnberg, wo er sich ein Bild von den Kontrollen gemacht hatte. "Es gibt aber leider auch diejenigen, die leichtfertig oder gar absichtlich auf eine Mund-Nasen-Bedeckung verzichten", sagte der Minister.

Die Beamten prüften, ob die je nach der jeweiligen Stufe der Corona-Ampel geltende Maskenpflicht und die Abstandsregeln eingehalten werden, teilte das Innenministerium im Vorfeld in München mit. Dafür wurden auch Kontrollgänge auf U-Bahnhöfen verstärkt. Für Verstöße drohen Verwarnungen in Höhe von 55 Euro, bei Vorsatz auch Bußgelder in Höhe von 250 Euro oder mehr. Die Polizisten sind den Angaben aus dem Ministerium zufolge beauftragt, Verstöße konsequent zu ahnden.

Die Nürnberger Polizei erneuerte jedoch auch am Freitag ihre Haltung, wonach vor allem die vergleichsweise neuen Vorschriften "mit Augenmaß und Fingerspitzengefühl" überwacht werden sollen, wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Mittelfranken sagte.

Es ist die zweite bayernweite Schwerpunkt-Kontrollaktion dieser Art. Die erste hatte im Frühjahr zur Zeit der Ausgangsbeschränkungen stattgefunden. Damals war die Polizei weitgehend zufrieden mit der Disziplin der Bevölkerung, musste aber auch 3000 Verstöße gegen die Maskenpflicht feststellen. Inzwischen gehen Politiker und Ordnungshüter davon aus, dass die Bereitschaft zum Einhalten der Regeln vielerorts gesunken ist. Vor allem von privaten Feiern in Kellern, Partyräumen und Garagen befürchten Experten eine hohe Ansteckungsgefahr.

Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen ist in den vergangenen zehn Tagen auch in Bayern stark gestiegen. Insgesamt lag der Freistaat am Donnerstag nach Angaben des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit im Schnitt bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von 63,8 und damit deutlicher über der Warnstufe von 50. In mehreren Regionen wurden sogar weit über 100 Infektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen festgestellt. Im Landkreis Berchtesgadener Land, wo die Verbreitung des Virus außer Kontrolle geraten war, wurde eine Inzidenz von 292 nachgewiesen.

In diesen Corona-Hotspots mit drastischen Zahlen gelten seit Freitag zusätzliche Beschränkungen. Die von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Mittwoch angekündigte neue, dunkelrote Warnstufe sieht unter anderem vor, dass auf Veranstaltungen nur noch maximal 50 Teilnehmer zusammenkommen dürfen und bereits ab 21.00 Uhr eine Sperrstunde für Lokale gilt.

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