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Ernährung:Diese Margarinen schneiden im Test gut ab

Margarine

Acht Margarinen bewertete Stiftung Warentest als gut, darunter auch etliche von Discountern.

(Foto: picture alliance / dpa)
  • Die Stiftung Warentest hat 19 Vollfettmargarinen verglichen.
  • Acht Produkte schnitten gut ab, darunter auch günstige Produkte von Discountern.
  • Margarine ist laut Stiftung Warentest etwas gesünder als Butter, aufgrund der in Margarine enthaltenen Pflanzenöle. Bei der Herstellung entstehen jedoch in kleinen Mengen Schadstoffe.

Butter oder Margarine aufs Brot? Die Deutschen tendieren zum tierischen Produkt: Sechs Kilogramm Butter verbraucht jeder Einwohner pro Jahr im Schnitt, gegenüber fünf Kilogramm Margarine. Ein Vorteil des Pflanzenfetts: Es eignet sich meist nicht nur als Brotaufstrich, sondern auch zum Backen, Kochen oder Braten. Die Stiftung Warentest hat nun 19 Vollfettmargarinen im Labor untersucht - der Test bescheinigt den meisten Margarinen gute Eigenschaften.

So ist die Stiftung Warentest vorgegangen

  • Die Prüfer haben 19 Vollfettmargarinen und Streichfette mit Fettgehalten von 70 bis 80 Prozent untersucht. Darunter waren drei Bio-Produkte.
  • Am wichtigsten für die Bewertung war die ernährungsphysiologische Qualität, sie machte 35 Prozent der Gesamtnote aus.
  • Geschmack und Geruch gingen mit insgesamt 25 Prozent in die Gesamtnote ein.
  • Die Prüfer untersuchten die Margarinen auch auf Schadstoffe, die bei der Verarbeitung der Fette entstehen können.

Das sind die zentralen Ergebnisse

  • Der Testsieger heißt "Deli Reform - Das Original" und kostet im Schnitt 1,44 Euro pro 500 Gramm. Das Produkt überzeuge "mit frischem Geschmack und deutlicher Butternote". Gesamtnote: gut (1,8).
  • Insgesamt haben acht Margarinen gut abgeschnitten. Darunter auch die Hausmarken von Edeka, Aldi Süd, Kaufland, Aldi (Nord) und Netto. Sie kosten jeweils 0,75 Euro pro 500 Gramm und gehören damit zu den günstigsten getesteten Margarinen.
  • Bei der Herstellung der Streichfette können Schadstoffe wie Glycidyl-Ester entstehen. Sie sind in allen Produkten enthalten, ihr Gehalt ist meist aber gering. Als "belastet" bewertete Stiftung Warentest die Marken Eden, Provamel und Sana. In der Margarine Sonja war die höchste Menge Glycidyl-Ester enthalten, das Produkt erhielt deshalb die Note mangelhaft.
  • Die beste Bio-Margarine heißt "Rapunzel - Prima Reine Pflanzenmargarine", Gesamtnote befriedigend (2,9).
  • Einige der bekanntesten Margarinen fehlen in der Rangliste: Rama, Sanella, Provamel und Becel erhielten von Stiftung Warentest keine Gesamtnote. Der Grund sind darin enthaltene Aromastoffe. Diese werden Margarinen zugesetzt, damit sie ähnlich wie Butter schmecken. Bei den Produkten ohne Gesamtnote waren die Prüfer allerdings nicht sicher, ob die Angabe "natürliche Aromen" stimmt. Im Labor fanden sich Hinweise darauf, dass die enthaltenen Aromen aus nicht-natürlichen Quellen stammen, also beispielsweise durch chemische Synthese hergestellt wurden. Die Angabe auf der Verpackung wäre dann nicht korrekt. Die Anbieter bestreiten dies laut Stiftung Warentest allerdings. Fazit der Prüfer: "Für uns bleiben Zweifel an der natürlichen Herstellungsweise des Aromas von Provamel, Becel Gold, Rama und Sanella." Daher keine Gesamtnote.
  • 18 Margarinen enthalten Palmöl, für dessen Anbau häufig Regenwald gerodet wird. Drei Produkte tragen das RSPO-Siegel für nachhaltigen Anbau, darunter die "Edeka Gut & Günstig Pflanzen Margarine".
  • Die vollständigen Ergebnisse können Sie bei der Stiftung Warentest nachlesen. Der Artikel kostet 2,50 Euro.

Wichtige Ratschläge

  • Margarine enthält laut Stiftung Warentest für die Gesundheit etwas vorteilhaftere Fette als Butter. Dazu gehören Omega-3-Fettsäuren und einfach ungesättigte Fettsäuren. Diese scheinen das Risiko für Herzerkrankungen senken zu können. Unter Ernährungsforschern ist allerdings umstritten, wie stark sich die Ernährung beispielsweise auf den Cholesterinspiegel auswirkt. Zudem ist unklar, ob der Einfluss gesättigter Fettsäuren tatsächlich Krankheiten begünstigt.
  • Auch Margarine sollte nur sparsam verzehrt werden. 100 Gramm Pflanzenmargarine enthalten mit 720 Kilokalorien ähnlich viel Kalorien wie Butter (750 kcal/100 g).
  • Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt, maximal 30 Prozent des Kalorienbedarfs durch Fette zu decken. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hält 30 bis 35 Prozent für zuträglich. Eine Frau mit einem täglichen Bedarf von 2000 Kilokalorien sollte damit nicht mehr als 78 Gramm Fett zu sich nehmen.
  • Verbraucher sollten auf Hinweise auf der Verpackung achten, ob die Margarine auch zum Braten oder Backen geeignet ist. Nicht alle Hersteller kennzeichnen dies allerdings.
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