Zusatzlohn Wie kann ich vermögenswirksame Leistungen anlegen?

Welche Sparmodelle zu welcher Lebenslage passen und in welchen Branchen die Anlage von vermögenswirksamen Leistungen vorgeschrieben ist.

Von Marina Engler

Das Prinzip der vermögenswirksamen Leistungen, kurz VL, ist simpel: Ein Arbeitnehmer, der Anspruch darauf hat, schließt einen Sparvertrag seiner Wahl ab und der Chef zahlt jeden Monat einen festen Betrag auf das Sparkonto ein. Nach üblicherweise sechs Jahren Einzahlung und einem Jahr Ruhezeit bekommt der Arbeitnehmer das Geld ausbezahlt.

Die Details sind für die einzelnen Arbeitnehmer jedoch sehr verschieden. So ist es branchenabhängig, wie hoch die Rate vom Chef ausfällt (mehr dazu in diesem Ratgeber-Text), in welche Finanzprodukte man investieren darf und wie diese versteuert werden müssen. Außerdem sind nicht alle Produkte für jede Lebenslage geeignet (Rechenbeispiele in diesem Ratgeber-Text). Grundsätzlich kommen vier Varianten für VL-Sparer in Frage.

Variante 1: Banksparplan

Der VL-Banksparplan ist eine Art besserer Sparbrief und "vor allem für sicherheitsorientierte Sparer interessant", sagt Ralf Scherfling von der Verbraucherzentrale NRW. Das hat mehrere Gründe.

Zum einen kostet ein Banksparplan keine Abschlussgebühren und es gibt kein Verlustrisiko. Zum anderen gewähren viele Banken am Ende der Laufzeit einen hohen Zinsbonus. Laut Finanztest (kostenpflichtiger Download hier) liegt dieser aktuell (Stand April 2015) bei bis zu 14 Prozent. "Mit einem 12- oder 14-prozentigen Bonus am Laufzeitende kommt man selbst bei einer Grundverzinsung von nur 0,25 Prozent auf eine Rendite von knapp 3 Prozent", rechnet Scherfling vor. "Vergleicht man das mit den aktuellen Sparzinsen von Tagesgeldkonten oder Sparbriefen, ist der VL-Banksparplan durchaus attraktiv."

Der dritte Vorteil eines Banksparplans besteht darin, dass das Geld nicht zweckgebunden ist. Nach sieben Jahren kann man die Ersparnisse für neue Möbel oder einen Urlaub ausgeben, seine BAföG-Schulden zurückzahlen oder das Geld neu anlegen. "Gerade wenn man sich nicht festlegen möchte, wofür genau die VL angespart werden sollen, ist der Banksparplan ideal", sagt Scherfling.

Variante 2: Bausparvertrag oder Tilgung eines Bausparkredits

Wer später ein Haus oder eine Wohnung kaufen, bauen oder renovieren möchte, für den lohnt sich ein Bausparvertrag. Der funktioniert so: Der Sparer definiert einen Betrag, den er etwa als Anteil für den Kauf einer Wohnung oder für eine neue Küche braucht, beispielsweise 8000 Euro. Dann wird - im Falle der VL - sieben Jahre lang jeden Monat in den Bausparvertrag eingezahlt. Meist enthält der Bausparvertrag dann halb so viel Geld wie anfangs als Ziel festgelegt wurde. In unserem Beispiel also 4000 Euro.

Anschließend hat der Bausparer zwei Möglichkeiten. Beim klassischen Bausparvertrag bekommt er sein angespartes Geld ausbezahlt und den Restbetrag bis zur Zielmarke als Darlehen obendrauf. Das Geld muss für Wohneigentum ausgegeben werden. Nur Bausparer unter 25 Jahren sind von dieser Pflicht befreit. "Aktuell kann man sich sehr niedrige Darlehenszinsen für einen späteren Kredit sichern", so Finanzexperte Scherfling. "Wenn die Zinsen in sieben Jahren wieder höher sind, hat man auf diese Weise einiges an Geld gespart." Das Darlehen muss der Sparer anschließend in einer vorher festgelegten Zeit plus Zinsen zurückzahlen. Dafür kann man auch wieder die VL des Chefs verwenden.

Man muss das Darlehen aber nicht in Anspruch nehmen. In diesem Fall bekommt der Sparer sein Geld plus Bonuszins ausbezahlt. Dieser fällt zwar deutlich niedriger aus als beim Banksparplan, kann sich aber dennoch lohnen, da es für VL-Sparer zwei Möglichkeiten der staatlichen Förderung gibt: die Arbeitnehmersparzulage und die Wohnungsbauprämie (mehr zu staatlichen Fördermöglichkeiten in diesem Text).