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Vor- und Nachteile für Anleger:Der Glanz des Goldes

One gram gold bars are pictured side-by-side at the Zlatarna Celje in Celje

Gold als sichere Anlage ist umstritten.

(Foto: REUTERS)

Seit Jahrtausenden ist Gold ein Symbol für Wohlstand und Macht. Wer sein Vermögen in dem Edelmetall anlegt, erhofft sich Sicherheit - doch die Anlage in Gold birgt auch einige Gefahren.

Einen ganzen Speicher voller Geld und Gold: Wenn Dagobert Duck in sein mit Münzen gefülltes Becken springt, ist ihm die Zufriedenheit anzusehen. Genussvoll und mit breitem Grinsen schwimmt er dann durch sein Vermögen. Aber ist es jenseits dieses güldenen Vergnügens von dem reichen Enterich wirklich schlau, einen Teil seines Vermögens in Gold zu investieren?

Gold gilt als Krisenwährung, als sichere Investition in unsicheren Zeiten. "Gold war schon immer eine Notwährung", sagt der Wirtschaftshistoriker und Unternehmensberater Christoph Weigl. "Es hat seinen Wert bislang nie ganz verloren." Das liege vor allem am sogenannten intrinsischen Wert des Edelmetalles. Es ist selten und die Förderung kostet einiges an Arbeitsleistung. Als Beispiel für diese Beständigkeit führen Goldbefürworter gerne an, dass man sowohl im Römischen Reich als auch im 14. Jahrhundert für eine Unze Gold (derzeit ca. 1000 Euro) eine Toga oder einen Maßanzug kaufen konnte - genauso wie heute. Tatsächlich hat Gold auch über die Jahrhunderte seinen Wert (zumindest seinen Materialwert) behalten. Wer dagegen Papiergeld aus dem letzten Jahrhundert findet, kann es als wertlos wegwerfen.

Gold hat noch einen weiteren Vorteil: Die Anlage ist relativ einfach zu verstehen. Im Gegensatz zu Finanzprodukten wie Derivaten oder Zertifikaten ist physisches Gold - im wahrsten Sinne - greifbar. Gerade wer sich sonst wenig mit Anlagemöglichkeiten beschäftigt, da ihm das Auf und Ab an der Börse zu abstrakt scheint, kommt mit Gold womöglich besser zurecht. Denn als langfristige Anlage reicht es, die Münzen oder Barren im Tresor oder Bankschließfach liegen zu haben und ab und an den Goldpreis zu verfolgen.

Vor allem aber wollen Anleger in Krisen, in wirtschaftlich und politisch unsicheren Zeiten, von Gold profitieren. Wenn die Währung eines Landes verfällt, kaufen Menschen Edelmetalle - und der Wert des Goldes steigt.

Nachteile des Goldes

Die Vorteile des Goldes sind aber auch gleichzeitig seine Nachteile: Gewinne zum Beispiel sind im Gegensatz zu anderen Anlagen allein durch Kursveränderungen möglich. Anders als bei Aktien gibt es hier keine Dividende, auch Zinserträge fallen weg. Gewinn können Anleger nur durch den Kurs machen - das heißt, dass sie ihr Gold zu einem teureren Preis verkaufen, als sie es vorher einmal gekauft haben. Der Goldpreis aber kann stark schwanken (mehr dazu lesen Sie in diesem Ratgeber-Text), auch wenn Gold in den vergangenen Jahrtausenden seinen Wert nie ganz verloren hat.

"Die Ausschläge beim Goldpreis waren in der Vergangenheit um ein Vielfaches größer als bei Aktien, die von Anlegern oft zu Unrecht als viel riskanter eingestuft werden", sagt Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Da diese Wertschwankungen allerdings oft gegensätzlich zu den Schwankungen bei Aktien- und Zinspapieren auftreten, senkt eine Beimischung von Gold in der Vermögensanlage das Gesamtrisiko.

Der richtige Zeitpunkt

Um herauszufinden, wann ein guter Zeitpunkt für einen Verkauf ist, reicht es außerdem nicht, sich nur den Goldpreis anzusehen (mehr dazu, wie der Goldpreis entsteht, lesen Sie in diesem Ratgeber-Text). Anleger müssen zusätzlich das sogenannte Währungsrisiko einkalkulieren. Gold wird an den internationalen Börsen in US-Dollar gehandelt. Wer also eine Unze Gold kauft, muss diese in Dollar bezahlen. Wenn eine Unze zum Beispiel 1300 US-Dollar kostet, muss der Anleger bei einem Wechselkurs von 1,3 Dollar je Euro für die Unze 1000 Euro bezahlen.

Rechenbeispiel:

1 Unze Gold = 1300 US-Dollar

1 Euro = 1,3 Dollar

1000 Euro = 1300 US-Dollar

Falls er die Unze später wieder verkauft, dann auch in US-Dollar. Nehmen wir, an der Goldpreis ist gleichgeblieben: Der Investor verkauft seine Unze für 1300 US-Dollar, doch nun muss er das Geld erneut in Euro umtauschen. Der Wechselkurs hat sich seit dem Kauf geändert, er steht nun bei 1,6 Dollar je Euro, die amerikanische hat gegenüber der europäischen Währung abgewertet.

Rechenbeispiel:

1 Unze Gold = 1300 US-Dollar

1 Euro = 1,6 Dollar

812,50 Euro = 1300 US-Dollar

Jetzt bekommt der ehemalige Goldbesitzer plötzlich nur noch 812,50 Euro für seine Unze, obwohl er einmal 1000 Euro dafür bezahlt hatte. Bei gleichem Goldpreis musste er damit einen Verlust von 187,50 Euro hinnehmen.

Natürlich sind durch Wechselkursveränderungen auch Gewinne möglich. Vom Kauf kleiner Mengen Gold dagegen ist fast immer abzuraten. Hier ist die Differenz zwischen An- und Verkaufspreis am größten: "Deswegen ist es günstiger, direkt eine Unze zu kaufen als zweimal eine halbe", sagt Vermögensverwalter Hubert Thaler. Wer allerdings schnell liquide sein will oder muss, kann auch eine kleinere Stückelung nehmen (mehr zum Kauf von physischem Gold lesen Sie hier).

Nur bekannte Namen

Bei Goldmünzen sollte man sich auf die bekannten Namen wie Krügerrand oder Britannia beschränken und besser keine seltenen Sammlermünzen erstehen. Da Händler bei solchen Münzen den Wert nicht abschätzen können, zahlt man im Zweifelsfall für eine professionelle Prüfung drauf oder bekommt wegen eines Risikoabschlags direkt einen geringeren Preis angeboten.

Trotz allem sollten Anleger beim vermeintlich sicheren Hafen Gold nicht die Hafenverwaltung vergessen. Während der Weltwirtschaftskrise wurde 1933 in den USA privaten Anlegern der Goldbesitz weitgehend verboten. Eigentümer mussten es zu einem extrem niedrig angesetzten Preis an den Staat abliefern. Nur Schmuck und Münzsammlungen blieben erlaubt. Erst 1973 wurde das Verbot aufgehoben. Ähnliche staatliche Eingriffen können sich Experten bei Krisen auch in der Zukunft vorstellen.

"Wer überhaupt in Gold investieren will, sollte aber nicht mehr als fünf bis zehn Prozent seines Vermögens auf diese Weise anlegen", rät Christian Urban von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Alles auf eine Anlage zu setzen, ist schließlich nie empfehlenswert - auch wenn das Gold noch so schön glänzt.

© SZ.de/dd/mri/edi

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