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Projekt "Stuttgart 21":Irritation aus Paris

Stuttgart soll seinen Hauptbahnhof für die Welterbeliste vorschlagen. Doch die Stadt hat anderes vor.

Dass Städte und Regionen in Deutschland wild darauf erpicht sind, in die Welterbeliste der Unesco aufgenommen zu werden, ist allgemein bekannt. Und auch, dass einige der Ortschaften, die in den feinen Kulturclub aufgenommen worden sind, hinterher heftige Schwierigkeiten mit den internationalen Denkmalschutz-Gremien bekommen haben, ist der Öffentlichkeit nicht verborgen geblieben.

Nur die Fassaden des Hauptbahnhofs blieben übrig, wenn das Projekt "Stuttgart 21" verwirklicht würde.

(Foto: Foto: ddp)

Doch dass eine Stadt, die seit vielen Jahren ein großräumiges Stadtbau- und Verkehrsprojekt durchsetzen will, von der Unesco dazu aufgefordert wird, das prominente Gebäude, das diesen ehrgeizigen Planungen im Weg steht, bei der Unesco für die Welterbeliste anzumelden und so die eigenen baufertigen Planungen auszuhebeln, das hat es weltweit noch nie gegeben - und rückt das stolze Großprojekt "Stuttgart 21" wieder einmal in jene Zonen des Zweifels, aus denen es sich öfters schon herausmanövriert hat.

Wenn es nach dem Willen der Stuttgarter Stadt- und Landesregierung gehen würde, könnten die Bautrupps schon in diesem Winter anrücken, um den Stuttgarter Hauptbahnhof radikal umzubauen und auf einen kommerziell genutzten Gebäuderest zu reduzieren. Laut den gültigen Plänen soll der gesamte Schienenverkehr in den Untergrund verlegt und der derzeitige Kopfbahnhof in einen unterirdischen Durchfahrbahnhof umgewandelt werden.

Dessen wenige Gleise sollen im rechten Winkel zu den bisherigen Bahnsteigen den Talkessel unterqueren und anschließend im Tunnel hinauf zum Flughafen und zum Messegelände kurven, von wo sie - weiterhin unterirdisch - ins Neckartal hinüberschwenken sollen.

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