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Geld kompakt:Ungarn liebäugelt mit Einheitssteuer

Ungarns Regierung hat sich zur Haushaltssanierung ein Kunststück vorgenommen: Das osteuropäische Land will gleichzeitig Steuern senken und Schulden abbauen. Regierungschef Viktor Orban kündigte an, Steuern für kleine und mittelgroße Unternehmen zu kürzen.

Er setze auf Stellenaufbau und höhere Produktion, um die Wirtschaft anzukurbeln. Andererseits müssten die Schulden über die kommenden Jahre gesenkt werden. Der Rotstift trifft vor allem den öffentlichen Sektor, wo die Gehälter um 15 Prozent gekappt werden.

Die Banken werden mit einer Sondersteuer ebenfalls in die Pflicht genommen. Ungarn hatte vergangene Woche an den Finanzmärkten mit der Aussage für Aufruhr gesorgt, es gebe nur noch geringe Chancen, eine Krise wie in Griechenland zu verhindern. Die Regierung zog zwar seitdem in ihrem Bemühen um Schadensbegrenzung diese Aussagen zurück.

Orban geht davon aus, dass der Finanzsektor in diesem Jahr 200 Milliarden Forint (umgerechnet 700 Millionen Euro) in die Staatskasse zahlt. Außerdem will die Regierung Hypothekenkredite in Fremdwährungen verbieten - diese können bei einer Abwertung der Landeswährung Forint Kreditnehmern schnell zum Verhängnis werden.

Zudem solle es bald einen einheitlichen Einkommens-Steuersatz von 16 Prozent geben. Andere Länder in Osteuropa haben mit einer solchen sogenannten Flat-Tax gute Erfahrungen gemacht, da viele zwar weniger Steuern zahlen, andererseits mehr Geld versteuert wird.

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