bedeckt München 10°
vgwortpixel

Finanzen kompakt:Madoff-Pleite verfolgt Unicredit

Die Milliardenpleite des US-Finanzbetrügers Bernard Madoff wird für die italienische Großbank Unicredit zu einem immer größeren Problem. Die deutsche Tochter HypoVereinsbank (HVB) bestätigte der Financial Times Deutschland den Eingang einer Schadenersatzklage gegen das Institut.

Offen sei, wer die HVB in Millionenhöhe verklagt habe und wie das Verfahren ausgehe. Seine Bedeutung lasse sich daran erkennen, dass die HVB auf das Klagerisiko in der Langfassung ihres Halbjahresberichtes hinweist.

Das HVB-Verfahren bezieht sich auf ein komplexes Finanzprodukt. Das Münchner Institut hatte Schuldverschreibungen über 27 Millionen Euro an Anleger verkauft, deren Ertrag sich am Index eines Primeo-Fonds orientierte, dessen Gelder in Madoff-Fonds flossen - und damit direkt in dessen verbrecherisches Schneeballsystem. Faktisch handelte es sich um ein Index-Zertifikat auf Primeo-Fonds.

Deutlich stärker noch als die HVB sei die ebenfalls zur Unicredit-Gruppe gehörende Schwesterbank Bank Austria von der Madoff-Pleite tangiert. Angeblich liegt der Schaden bei mehr als 800 Millionen Euro. Hinzu kommen für den Mailänder Unicredit-Konzern Sammelklagen in den USA, vor allem gegen die Unicredit-Fondsgesellschaft Pioneer.