Europäische Zentralbank – Yves Mersch

Im Vergleich zu seiner Größe bringt Luxemburg sehr viele Politiker hervor, die in Europa Gewicht besitzen. Doch während der eloquente Premier Jean-Claude Juncker im Kampf um die ständige EU-Ratspräsidentschaft scheiterte, könnte nun ein anderer Mann an die Spitze einer wichtigen europäischen Institution rücken: Yves Mersch, 61, Rechtsanwalt, EZB-Ratsmitglied und seit Gründung der luxemburgischen Zentralbank 1998 deren Vorsitzender. Nun zählt er zum Kandidatenkreis für die Trichet-Nachfolge - doch er hat mit dem Kandidaten-Karussell bereits schmerzliche Erfahrungen gemacht. Vor einem Jahr galt er als aussichtsreichster Anwärter auf den Posten des EZB-Vizepräsidenten, geworden ist es aber der Portugiese Vitor Constancio. Damals wurde nämlich eine Nord-Süd-Regel ins Personalgeschacher um die EZB-Posten eingeführt. Angeblich muss seither der Chef der Notenbanken aus dem Norden und sein Stellvertreter aus dem Süden kommen oder umgekehrt.

Bild: picture-alliance/ dpa/dpaweb 9. Februar 2011, 13:312011-02-09 13:31:00 © sueddeutsche.de/mel/aum/hgn