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Grenzkontrollen:Fünf Ratschlage für die Einreise

Nehmen Sie so wenige Daten wie möglich mit

Am sichersten sind Informationen, die Sie gar nicht dabeihaben. Löschen Sie noch zu Hause sensible Daten von Smartphone und Laptop oder kaufen Sie ein neues, günstiges Gerät extra für die Reise. Wenn Sie die Daten in den USA benötigen, können Sie ein Backup bei einem Cloud-Anbieter ablegen und es nach der Einreise wiederherstellen. In diesem Fall befinden sich Ihre Daten zum Zeitpunkt des Grenzübertritts nicht auf Ihrem Gerät, die CBP-Beamten dürfen dementsprechend nicht darauf zugreifen. Die EFF weist aber darauf hin, dass Daten in der Cloud möglicherweise schwächeren Datenschutzgesetzen unterliegen können, wenn sie auf US-amerikanischen Servern liegen.

Außerdem kann es sinnvoll sein, Social-Media-Apps von ihrem Handy zu löschen. Selbst wenn Sie Ihr Telefon entsperren, haben Grenzschützer dann keinen Zugriff auf Ihren Facebook-Account oder Ihre Whatsapp-Nachrichten.

Nutzen Sie Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA)

Wenn Sie Ihre Daten nicht vor der Reise vom Gerät entfernen wollen, können Sie die Beamten damit davon abhalten, darauf zuzugreifen. Bei aktivierter 2FA benötigen sie zum Einloggen nicht nur ein Passwort (etwas, das Sie wissen), sondern auch einen zusätzlichen Code, der auf einem anderen Gerät erzeugt wird (etwas, das sich in Ihrem Besitz befindet). Wenn Sie den zweiten Teil des Schlüssels nicht dabeihaben, können die Grenzschützer Ihren Account selbst dann nicht öffnen, wenn Sie das Passwort verraten.

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Verschlüsseln Sie Ihre Daten

Viele moderne Smartphones verschlüsseln die Daten standardmäßig. Bei aktuellen Apple-Geräten haben sogar die Kryptografie-Experten des FBI keine Chance mehr, ohne Passwort oder passenden Fingerabdruck an die Daten heranzukommen. Laptops sind dagegen nicht ab Werk verschlüsselt. Theoretisch könnten Grenzschützer die Festplatte ausbauen oder einen anderen Laptop anschließen, um die Informationen dann auszulesen. Juristisch wäre das vermutlich illegal, da forensische Untersuchungen einen Anfangsverdacht voraussetzen.

Dennoch: Wenn Ihnen ein Beamter den Laptop abnimmt und damit in einem Nebenraum verschwindet, warten Sie vermutlich entspannter, wenn Sie die Festplatte vorher verschlüsselt haben. Dafür empfiehlt die EFF Windows-Nutzern Microsoft Bitlocker. Neuere Versionen von OSX besitzen mit Filevault ebenfalls eine eigene Verschlüsselungssoftware.

Sparen Sie sich Spielchen

Einen US-Grenzschützer anzulügen oder seine Ermittlungen zu behindern, indem man unmittelbar vor der Kontrolle noch schnell Daten löscht, ist eine Straftat. Mit Täuschungsversuchen bringen Sie sich in große Schwierigkeiten. Davon rät auch der bekannte IT-Experte und Sicherheitsforscher "The Grugq" dringend ab: "Sie, die Sie keine Erfahrung damit haben, professionell zu lügen, wollen Leute anlügen, deren Job es ist, Lügen zu erkennen. Tun Sie das nicht."

Eine ebenso schlechte Idee sei es, mit entladenem Akku einzureisen (die Grenzbeamten haben Ladegeräte, die sie definitiv einsetzen werden) oder gar kein Smartphone oder Laptop dabei zu haben: "Wenn Sie überhaupt kein Stück digitale Technik mit sich herumtragen und nicht gerade jünger als zwei oder älter als 80 Jahre sind, dann sind Sie extrem ungewöhnlich. Mit sehr großer Wahrscheinlichkeit sollten Sie gründlich befragt werden ..."

Kennen Sie Ihre Rechte und beschweren Sie sich

Wenn Sie das Gefühl haben, bei der Einreise in die USA unrechtmäßig behandelt worden zu sein, können Sie sich bei der CBP beschweren. Außerdem interessieren sich NGOs und Bürgerrechtler wie die ACLU für Ihren Bericht. Eine Datenbank mit fragwürdigen Vorfällen dient ihr als Material, mit dem sie in ihren Klagen gegen die Regierung argumentieren kann. Wenn Sie sich speziell aufgrund ihres muslimischen Glaubens diskriminiert fühlen, können Sie sich auch an den Rat für amerikanisch-islamische Beziehungen wenden.

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