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Games:Von Nintendo bis Zombie-Apokalypse: Das war im Januar für Gamer wichtig

Mit dem Pappspielzeug "Labo" begeistert Nintendo seine Fans, "The Impatient" ist ein interaktiver Horrorfilm, und das Zombie-Aufbauspiel "They Are Billions" wird zum Überraschungserfolg.

Von Caspar von Au

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Monster Hunter: World

Monster Hunter World Screenshot

Quelle: Capcom / PR

Die T-Rex-ähnliche Bestie reißt ihr Maul auf und brüllt. Für einen Moment erstarrt der Jäger und hält sich die Ohren zu, bevor er mit einer Rolle dem nächsten Angriff des Monsters ausweicht. Er hebt das Schwert mit der riesigen Klinge und lässt es hinabsausen.

Der Inhalt von "Monster Hunter: World" ist schnell erklärt: Es geht darum, Monster zu jagen, ihre Überbleibsel einzusammeln und weitere Monster zu jagen. Bis zu vier Jäger können sich online gemeinsam auf die Jagd machen. Die Handlung - der Spieler soll herausfinden, warum die Drachenältesten in die Neue Welt gereist sind - gerät dabei in den Hintergrund.

Die Kämpfe gegen größere Bestien, wie den oben beschriebenen "Anjanath", dauern auch mal eine halbe Stunde. Dabei gibt es keine Lebensbalken. Der Spieler erkennt nur am äußerlichen Zustand des Monsters, ob dieses bald stirbt. Wem die ewige Jagd nach größeren Monstern und besserer Ausrüstung Spaß macht, ist in World genau richtig. Wer mehr erwartet als Jagen und Sammeln, wird enttäuscht.

Link-Tipp:

Warum das monotone Spielprinzip Frust auslösen kann, lesen Sie in unserem Spieletest.

"Monster Hunter: World" ist am 26. Januar 2018 für Playstation 4 und Xbox One erschienen. Eine PC-Version ist angekündigt.

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VRChat

VRChat

Quelle: PR / VRChat Inc.

Noch ist Virtual Reality (VR) zu teuer und die Technik noch nicht ausgereift genug, um Massen zu begeistern. Seit knapp einem Jahr können Spieler im Onlineshop von Steam kostenlos das unfertige Multiplayergame "VRChat" ausprobieren. Das Spiel erinnert in seiner Machart an "Second Life". Spieler können ihre eigene virtuelle Welt schaffen und dort andere Spieler treffen, daten oder sich einfach nur unterhalten.

Seit kurzem ist VRChat unter Gamern auf Youtube und Twitch zu einem Meme geworden. Anfang Januar haben mehr als eine Million Spieler die Software heruntergeladen. Das zieht auch viele Trolle an, die ihren schrägen Humor in der virtuellen Realität ausleben. Sie nutzen das Spiel zum Beispiel, um als rassistischer Witz umherzulaufen. Als ein Spieler jedoch einen epileptischen Anfall im realen Leben hatte und seine Mitspieler das Keuchen über sein Mikrofon hören, halfen sie ihm.

Link-Tipp:

Matthew Gault vom Online-Magazin Motherboard erklärt das Phänomen VRChat und berichtet von seinen Erfahrungen in dem Spiel.

"VRChat" ist seit Februar 2017 im Early Access von Steam für den PC erhältlich.

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Overwatch League

Overwatch League

Quelle: Blizzard / PR

Der E-Sport unternimmt erstmals den Versuch, seine Fans an Städte zu binden. Der Shooter "Overwatch" hat seit Januar seine eigene Liga, in der zwölf Teams vornehmlich aus den USA, aber auch aus Großbritannien, China und Südkorea um den Titel kämpfen. Die Teams der Liga, die sich am Franchisesystem von Ligen wie NFL und NBA orientiert, heißen etwa Houston Outlaws, London Spitfire oder New York Excelsior. Der Preis für einen Startplatz in der "Overwatch League" (OWL) war hoch: Der Sportsender ESPN berichtete von 20 Millionen US-Dollar.

Dennoch verläuft der Start von Overwatch als E-Sport-Disziplin nicht so glatt, wie sich Entwickler Blizzard das erhofft hatte. Es gab zahlreiche organisatorische Probleme, Overwatch-Pros fielen immer wieder durch Skandale und Skandälchen auf, und eine exklusive Partnerschaft zwischen Blizzard und Streamingplattform Twitch kam offenbar erst wenige Tage vor Ligastart zustande. Mittlerweile ist im Stream immerhin klar erkennbar, welcher Held zu welchem Team gehört. Bei früheren Overwatch-Turnieren im Sommer war es als Zuschauer quasi unmöglich gewesen, das rasante Spiel zu verfolgen.

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They Are Billions

They Are Billions

Quelle: Numantian Games / PR

Milliarden sind es in "They Are Billions" zwar bei weitem nicht, aber verdammt viele Zombies sind es dennoch. Sie umkreisen in Horden die Stadt und attackieren, sobald sie ein Geräusch hören. Die kleine Übersichtskarte im Bildschirmeck stellt jeden einzelnen Zombie als einen roten Punkt dar, zusammen verschwimmen sie zu einer roten Masse.

They Are Billions kombiniert Elemente bekannter Strategiespielreihen wie "Anno" oder "Age of Empires" mit dem Szenario einer Zombie-Apokalypse. In einem düsteren Steampunk-Setting baut der Spieler ein Städtchen auf. Im Gegensatz zu anderen Strategiespielen tritt er jedoch nicht gegen ebenbürtige Gegner an, sondern gegen die Zeit: Iin regelmäßigen Abständen fällt eine riesige Zombiearmee in die Stadt ein.

Der Spieler muss sich für diese Angriffe wappnen und dabei mit knappen Ressourcen, wie Gold, Holz, Nahrung und Energie jonglieren. Obwohl das Spiel noch nicht fertig ist und es bisher nur einen Spielmodus gibt, hält sich der Titel seit Wochen in den Verkaufscharts von Steam. Zu Recht: Das Spiel belebt das Genre mit innovativen Ideen. Der variable Schwierigkeitsgrad schützt Anfänger vor Frust und stellt Fortgeschrittene vor eine echte Herausforderung.

"They Are Billions" ist seit Dezember 2017 im Early Access für den PC erhältlich.

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The Inpatient

The Inpatient VR

Quelle: Sony Interactive Entertainment / PR

Aus dem Dunkel tritt eine hagere Gestalt hervor. "Wissen Sie, wer ich bin?", fragt der Unbekannte, der sich als älterer Herr entpuppt. Der Spieler ist an einen Stuhl gefesselt und muss sich zwischen zwei Antworten entscheiden: Er kann sich ahnungslos geben oder bei dem Herrn auf einen Arzt tippen.

In dem Horror-VR-Game "The Inpatient" schlüpft der Spieler in die Rolle einer Patientin oder eines Patienten, der in das ominöse Blackwood Sanatorium eingewiesen wurde, weil er unter Amnesie leidet. In der Irrenanstalt passieren merkwürdige Dinge, während der Spieler versucht, sich zu erinnern.

Das Horrorabenteuer für die PSVR zeigt, wo die Stärken von VR-Spielen liegen können: Die Brille verstärkt Schockmomente, die vorgegebenen Antwortmöglichkeiten auf Fragen kann der Spieler selbst vorlesen. Dadurch fühlt sich The Inpatient an wie ein interaktiver Film. Das Spiel erzählt die Vorgeschichte zu "Until Dawn" (2015), in dem der Spieler mit seinen Entscheidungen den Ausgang des Spiels stark beeinflussen konnte. Auch in The Inpatient, muss er mehrere Durchgänge spielen, um alle Inhalte und möglichen Enden entdecken zu können.

"The Inpatient" ist am 23. Januar 2018 für Playstation VR erschienen.

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Nintendo Labo

Nintendo Labo

Quelle: Nintendo / PR

Kann analoge Pappe digitale Videospiele interessanter machen? Die Antwort lautet: und wie! Nintendo hat für seine Konsole Switch das Konzept "Labo" vorgestellt. "Eine neue Art zu spielen", bewirbt das Unternehmen die Spielereihe auf seiner Internetseite. Das ist im Fall von Labo nicht zu viel versprochen: Aus vorgestanzten Pappstreifen und einer Handvoll Gummibändern kann sich der Spieler ein Klavier, ein Auto, eine Angel oder einen Roboter-Anzug basteln. Die Anleitungen dazu liefert Nintendo mit. In das Pappkonstrukt steckt der Spieler die Switch-Controller.

Mit Hilfe der eingebauten Infrarotkamera erkennt der Controller, welche Pappklaviertaste ein Spieler anschlägt; die Bewegungssensoren registrieren, wenn er an der Angelrute reißt; die Vibrationsfunktion treibt das Auto an. Zum Start soll es zwei Pakete geben - das eine beinhaltet den Roboter-Anzug, das andere fünf kleinere Pappspielzeuge. Man darf gespannt sein, welche weiteren kreativen Ideen für die Kombination aus Pappe und Videokonsole folgen.

Link-Tipp:

SZ-Redakteur Matthias Huber hat Labo ausprobiert, seinen ausführlichen Test lesen Sie hier.

"Labo" soll am 27. April 2018 für Nintendo Switch erscheinen.

© SZ.de/sih
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