Neue TechnikDiese Gadgets sollten Sie gesehen haben

Eine Sonnenbrille vom Audio-Spezialisten, ein Laptop in Lederrüstung und Luxus-Kopfhörer mit individuellem Klangprofil - Konsum kann glücklich machen. Vor allem, wenn Erworbenes auch noch praktisch ist. Neue Technik im Check.

Von Helmut Martin-Jung, Mirjam Hauck und Valentin Dornis

Bose-Sonnenbrille mit überraschenden Fähigkeiten

Ab und an probiert Bose mal etwas Ungewöhnliches aus. Eigentlich ist der US-Konzern bekannt für hochwertige Lautsprecher und Kopfhörer. Doch da gibt es zum Beispiel auch den "Soundwear Companion", einen optisch fragwürdigen Lautsprecher, den man sich über die Schultern legt. Und nun verkauft Bose auch noch die "Frames": Lautsprecher-Sonnenbrillen.

Es gibt sie in einer größeren, viereckigen und einer kleineren, runden Variante mit austauschbaren Gläsern. Beide wiegen etwa 45 Gramm und lassen sich angenehm tragen, auch über längere Zeit. Von vorne fallen sie als Sonnenbrillen nicht auf - von der Seite schon. Denn die Technik ist in den Bügeln verbaut, die deutlich breiter sind als bei anderen Brillen. Darin steckt je ein Lautsprecher, außerdem ein Mikrofon für Telefonate und Sprachassistenten sowie eine Multifunktionstaste, um Apps zu steuern. Zusätzlich sind Lagesensoren verbaut, die zukünftig Augmented Reality ("erweiterte Realität") auf Audiobasis ermöglichen sollen. Bisher sind die Anwendungen dafür allerdings überschaubar.

Verbunden wird die Brille via Bluetooth mit dem Smartphone oder Tablet, der Akku soll bis zu 3,5 Stunden halten. Grundlegende Funktionen sind sofort nutzbar, etwa Musik zu pausieren oder Sprachassistenten zu aktivieren. Wer alle Möglichkeiten nutzen will, muss die Bose Connect App herunterladen. Es ist sinnvoll, das zu tun, Nutzer sollten jedoch im Hinterkopf haben, dass Bose immer wieder kritisiert wird, über diese App zu viele private Daten zu sammeln. Und apropos Privatsphäre: Bose verspricht, dass die Umgebung von der Musik, den Podcasts oder den Telefonaten nichts mitbekommt.

Hier sollte man sich allerdings keine Illusionen machen: Das gilt höchstens in Situationen, in denen die Umgebung recht laut und die Lautstärke des Smartphones heruntergedreht ist. Auf dem Balkon oder in der Bahn merken Menschen in der Umgebung, dass Musik läuft - und erkennen sogar im Freibad und auf mehr als einen Meter Entfernung, welches Lied gerade gespielt wird. Die volle Leistung der Lautsprecher wird man also eher nutzen, wenn man niemanden stört. Und selbst dann ist die Brille für Musikfans keine Alternative zu guten Kopfhörern. Der Sound klingt flach, es fehlen Bässe. Bei Podcasts oder Telefonaten ist die Qualität dagegen gut. Für 230 Euro bekommt man also ein Gerät mit ein paar ungewöhnlichen, praktischen Funktionen - was im Kern aber vor allem eines ist: eine Sonnenbrille. Von Valentin Dornis

Bild: oh 21. Mai 2019, 16:572019-05-21 16:57:01 © SZ.de/mxm/mri