bedeckt München 13°

Manipulative Anzeigen:Facebook will Tricksereien am Tag nach der US-Wahl verhindern

U.S. President Donald Trump and Democratic presidential nominee Joe Biden participate in their first 2020 presidential campaign debate in Cleveland

US-Präsident Donald Trump hat sich mehrfach unklar dazu geäußert, ob er das Wahlergebnis im Falle einer Niederlage anerkennen wird.

(Foto: POOL/REUTERS)

Das Netzwerk bereitet sich darauf vor, dass am Morgen nach der Wahl der falsche Gewinner ausgerufen oder die Legitimität der Wahl in Frage gestellt wird. Hintergrund sind auch Äußerungen von US-Präsident Trump.

Facebook hat angekündigt, scharf gegen Versuche vorzugehen, die das Wahlergebnis in den USA auf den Netzwerken Instagram und Facebook zu Unrecht delegitimieren. Hintergrund ist die Furcht davor, insbesondere US-Präsident Donald Trump könnte das Wahlergebnis im Falle seiner Niederlage nicht akzeptieren - und seine Verbündeten könnten versuchen, die Auszählung der relativ spät am Tag nach der Wahl erwarteten Briefstimmen vorzeitig beenden. Bei der Briefwahl werden noch späte Stimmengewinne für die Demokraten erwartet. Facebook nennt das Trump-Lager aber nicht explizit beim Namen.

Nun ist Werbung auf Facebook verboten, die Zweifel am Wahlergebnis oder an einzelnen Wahlmethoden verbreitet. Entsprechende Vorgaben gelten ab sofort, sowohl für Facebook als auch für Instagram, schrieb Facebook-Manager Rob Leathern auf Twitter. Er ist unter anderem für die Transparenz und Integrität von Anzeigen zuständig. Leathern verwies darauf, dass unter anderem Anzeigen verboten seien, die falsche Behauptungen über die Stimmabgabe per Brief machten. Auch die Verwendung vereinzelter Vorfälle von Wahlbetrug sei unzulässig, wenn damit dem Wahlausgang insgesamt die Legitimität abgesprochen werde. (Eine Übersicht von Facebook über verbotene Angaben gibt es hier.)

Die Vorgaben gehen über die bisherigen Ankündigungen des Unternehmens hinaus. Bislang waren Anzeigen verboten, die vorzeitige Ansprüche auf einen Wahlsieg anmelden.

Facebook hatte zuletzt auch erklärt, das Unternehmen werde eine Woche vor der US-Präsidentenwahl keine neuen Anzeigen zu politischen Themen mehr annehmen. Zudem werde man Anzeigen stoppen, in denen der Sieg eines Kandidaten ausgerufen werde, bevor er tatsächlich feststehe. Die Anzeigen bei Facebook landen in den Newsfeeds der Nutzer und können auf Zielgruppen ausgerichtet werden.

Facebook hat seine Vorgaben einen Tag nach der ersten TV-Debatte zwischen US-Präsident Donald Trump und seinem demokratischen Herausforderer Joe Biden verschärft. Trump weigerte sich dabei zu versprechen, dass er sich nicht vor dem offiziellen Wahlergebnis zum Sieger erklären werde. Trump wirft den Demokraten unter anderem vor, durch massenhafte Briefwahl für Wahlbetrug sorgen zu wollen. Belege dafür gibt es nicht.

© SZ/dpa/jab/mri
BRIEFMARKEN ZUM 80. JAHRESTAG DER TSCHEKA

Desinformation
:Die schmutzigen Tricks der Weltpolitik

Zwei neue Bücher zeigen, wie das Netz zum Schlachtfeld voller Lügen, Leaks und Manipulationen wurde. Und wie sich CIA und KGB über die Jahrzehnte in anderen Ländern einmischten.

Rezension von Jannis Brühl

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite