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Dinos für Smartphone:Die Welt braucht ein Dinosaurier-Emoji

Dinosaurier-Emoji

Der Brontosaurus ist eine der größten und bekanntesten Saurier - und könnte bald ein eigenes Emoji bekommen.

(Foto: Dominik Schwarz)
  • Die Dino-Fans Dominik Schwarz und Courtney Milan wollen, dass es auch ein Dinosaurier-Emoji gibt.
  • Beide haben - unabhängig voneinander - ihren Wunsch beim Unicode-Konsortium eingereicht. Das Gremium legt neue Emojis fest.
  • Entscheidet sich das Konsoritum für einen Dinosaurier-Emoji, würden die Symbole auf Milliarden Geräten auftauchen.

Kaum ein digitales Gespräch verläuft mehr ohne Emoji, Milliarden der Symbole wurden im vergangenen Jahr verschickt. Es gibt Emojis für jede Gelegenheit: tanzende Menschen, lachende Menschen, lachende Katzen, Obst, Herzen, Pizza und bald einen Curlingstein. Insgesamt sind es 1791 Symbole.

Aber warum gibt es keinen Dinosaurier? Diese Frage stellte sich der 31-jährige Berliner Dominik Schwarz. "Es gibt fünf Hühner und zwei Drachen", sagt er. Gründe für einen Dinosaurier als Emoji gebe es genug, findet Schwarz: Dinosaurier faszinieren jedes Jahr Millionen Museumsbesucher, kommen in Filmen und Büchern vor, sie gehören zur Popkultur der Welt. Sie haben ihre eigene Redewendung, so dass große, behäbige Unternehmen und Menschen, die aus der Zeit gefallen scheinen, auch als "Dinos" bezeichnet werden. "Ich glaube, dass sehr viele Menschen da Freude dran haben würden", sagt Schwarz, der bei einem Internetunternehmen für Marketing zuständig ist.

Jeder kann Anträge für Emojis einreichen

Schwarz sah den fehlenden Dinosaurier-Emoji als Herausforderung. Welche Emojis es gibt, legt das Unicode-Konsortium fest. Dort sind große Firmen wie Google, Apple oder IBM vertreten. Das Gremium macht einheitliche Vorgaben für digitale Schriften. Damit sind beispielsweise Akzente oder Umlaute auf allen Geräten zu lesen. Emojis sind eigentlich nur ein kleiner Teil dieser Arbeit, allerdings einer der unterhaltsamsten. Was viele nicht wissen: Ganz normale Nutzer können Anträge für Emojis einreichen.

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Schwarz schrieb also offiziell an das Unicode-Konsortium und brachte sein Anliegen vor. "Es ist unglaublich viel Papierkram, wie eine Steuererklärung", sagt er. Aber die Idee reizte ihn. "Ich probiere gerne aus, wie weit man kommt, wenn man etwas einfach mal macht", sagt er. "Man kommt oft erstaunlich weit." Sein Vorschlag zeigt einen Sauropoden, einen pflanzenfressenden Dinosaurier mit langem Hals. Für sein Dinosaurier-Emoji erstellte er sogar eine eigene Webseite.

"Aus kultureller Sicht gibt es drei repräsentative Dinosaurier"

Schwarz hat eine Verbündete am anderen Ende der Welt. Fast zeitgleich mit ihm hatte die amerikanische Autorin Courtney Milan eine ähnliche Idee. "Ich und meine Freunde lieben Dinosaurier, und wir haben uns gefragt, warum es keine Dinosaurier-Emojis gibt", sagt sie. "Es stellte sich heraus, dass es einfach noch niemand vorgeschlagen hatte. Also dachte ich mir, das mache ich dann mal."

Ohne von Schwarz zu wissen, schrieb Milan ebenfalls einen Antrag. Die Bürokratie des Internets nahm ihren Gang. Beide Anträge landeten beim Technischen Ausschuss von Unicode im Unterausschuss für Emojis. Der Ausschuss notierte auf seiner Sitzung im Mai, Milans Jurassic-Emoji werde "als Teil einer größeren Zahl von Tieren in Betracht gezogen". Schwarz erhielt eine E-Mail von einem Mitglied des Ausschusses: Sein Vorschlag werde bei den Beratungen ebenfalls berücksichtigt. Dank Schwarz und Milan könnten Milliarden Smartphone-Nutzer also tatsächlich im kommenden Jahr Dinosaurier-Emoji auf ihren Tastaturen vorfinden.