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Von der Anmeldung bis zum Dr.:Summa cum laude für künftige Doktoren

Ist die Dissertation abgeschlossen, reicht man sie, meist zu festgesetzten Terminen und in mehrfacher Ausfertigung, beim Prüfungsamt seiner Universität ein. Dieses übergibt sie dann dem Doktorvater oder der Doktormutter als Erst- und einem weiteren Prüfer als Zweitgutachter. Damit ist die Promotion eingeleitet.

Während der Bewertung und Prüfung der Arbeit, wird ein Termin für die mündliche Prüfung angesetzt. Je nach Prüfungsordnung ist ein Rigorosum oder eine Disputation vorgesehen oder der Doktorand hat die Wahl zwischen beiden Prüfungsformen. Im Rigorosum wird das Fachwissen des Kandidaten aus seinem gesamten Studium oder vorab festgelegten Schwerpunkten geprüft. Die Disputation ist ein wissenschaftliches Streitgespräch, in dem der Promovend in der Regel seine Arbeit verteidigt, das jedoch auch über das Thema der Dissertation hinausgehen kann.

Besteht der Doktorand die mündliche Prüfung, neigt sich das Promotionsverfahren dem Ende zu: Beide Prüfungsteile werden benotet, woraus dann die Gesamtnote errechnet wird, die auch auf der Promotionsurkunde steht. Nicht nur die Notenvergabe, auch die Einteilung der einzelnen Bewertungsstufen wird von Uni zu Uni ganz unterschiedlich gehandhabt. Während an mancher Hochschule die höchste Note "summa cum laude" ("mit höchstem Lob"/mit Auszeichnung) die Ausnahme ist, ist sie an anderen nahezu Standard.

Weitere Notenstufen, die aber nicht an allen Unis Anwendung finden, sind: "magna cum laude" ("mit großem Lob"/sehr gut), "cum laude" ("mit Lob"/gut), "satis bene" ("genügend"/befriedigend) und "rite" ("ausreichend"). Arbeiten, die schlechter bewertet werden, gelten als nicht bestanden. In der Regel wird der Doktorvater oder die Doktormutter dann aber kaum die Arbeit annehmen.

Warten auf die Druckfreigabe

Selbst wenn ein Doktorand das Promotionsverfahren erfolgreich hinter sich gebracht hat, darf er den Doktortitel noch nicht führen - das ist erst erlaubt, wenn die Dissertation veröffentlicht wurde. Nach Rigorosum oder Disputation kann der Doktorand die Gutachten der Prüfer zu seiner Arbeit einsehen. Entsprechend der dort geäußerten Kritik und den Verbesserungsempfehlungen bereitet er die Dissertation für die Veröffentlichung vor. Oft muss dann die Arbeit dem Gutachter erneut vorlegt werden und die Druckfreigabe (Imprimatur) erteilt werden.

Bei der Suche nach einem Verlag kann unter Umständen der Doktorvater oder die Doktormutter helfen. Die Kosten für den Druck einer Dissertation muss der Autor in der Regel selbst tragen, da die Forschungsfrage meist zu speziell für ein allgemeines Interesse ist. Wer die Kosten von mehreren hundert bis mehreren tausend Euro bei einem Fachverlag scheut, kann an vielen Universitäten auch online publizieren, ohne eigens einen Verlag finden zu müssen.

Einige Fakultäten haben auch eigene Publikationsreihen für die Dissertationen ihrer Doktoranden etabliert und ermöglichen hier günstigere Konditionen. Auch der Selbstverlag, bei dem der Autor die gewünschte Anzahl der Exemplare seiner Arbeit im Copyshop drucken und binden lässt, ist möglich.

Ist die Dissertation veröffentlicht, gibt der Doktorand als Nachweis dafür die sogenannten Pflichtexemplare für die eigene Hochschule beim Prüfungsamt ab, bekommt die Promotionsurkunde und darf sich nun Doktor nennen. Je nach Fachgebiet darf er sich dann beispielsweise mit Dr. med. (Ärzte), Dr. iur. (Juristen), Dr.-Ing. (Ingenieure), Dr. rer. nat. (Naturwissenschaftler), Dr. rer. pol. (Sozialwissenschaftler), Dr. oec. (Wirtschaftswissenschaften) oder Dr. phil. (Geisteswissenschaftler) nennen.