Angehende Doktoranden Welche Voraussetzungen muss ich für eine Promotion erfüllen?

Von der Guttenbergschen Plagiatsaffäre bis zur Debatte um "Micky-Maus-Promotionen": Die Motive von Doktoranden werden stärker hinterfragt als früher. Aber neben ausreichender Motivation müssen Promotionswillige noch einiges mehr mitbringen.

Von Sabrina Ebitsch

Spätestens seit der Guttenbergschen Plagiatsaffäre, die letztlich zur Aberkennung des Doktortitels des ehemaligen Verteidigungsministers führte, wird über Doktortitel und ihren Wert diskutiert und werden auch Promotionen und ihre Hintergründe kritischer beäugt. Externe Doktoranden sehen sich mit dem Vorwurf der hobbymäßigen "Micky-Maus-Promotion" konfrontiert und auch die Motive Promotionswilliger werden stärker hinterfragt.

Unabhängig von der teilweise überhitzten Diskussion sollten angehende Doktoranden aber tatsächlich vor dem Start in sich gehen und prüfen, ob ihre Motivation ausreicht. Immerhin brechen laut Schätzungen des Bundesberichts zur Förderung des Wissenschaftlichen Nachwuchses etwa zwei Drittel der Doktoranden - Mediziner ausgenommen - ab. Denn Voraussetzung für das berufliche Fortkommen ist eine Dissertation nur, wenn der Doktorand eine wissenschaftliche Karriere anstrebt; die erfolgreiche Promotion belegt formal nur, dass man zu selbständiger wissenschaftlicher Arbeit in der Lage ist.

Von einigen Fächern wie der Chemie oder der Medizin abgesehen, wo der Doktorgrad ein wesentlicher Karrierebaustein ist, muss die Motivation ansonsten alleine aus einem selbst kommen. Gut, wenn hinter ihr nicht nur der Wunsch nach einem schmückenden Titel steht oder die Angst vor einem schwierigen Berufseinstieg, sondern ein veritables Interesse am Forschungsgebiet.

Neue wissenschaftliche Erkenntnisse sind gefragt

Denn eine Dissertation ist keine aufgeblähte Master- oder Diplomarbeit, sondern soll neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu Tage fördern. Ein Doktorand setzt sich eigenständig mit einer Forschungsfrage in seinem Fachgebiet auseinander und trägt mit seiner Dissertation wesentlich zur Forschung in diesem Bereich bei. Um das zu leisten und sich mehrere Jahre - im Schnitt viereinhalb - einem bestimmten Thema zu widmen, ist nicht nur ein tiefgehendes Interesse an Fach und Forschungsfrage nötig, sondern auch Durchhaltevermögen, Selbstdisziplin und Beharrlichkeit.

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"Für eine Promotion ist sehr viel Motivation erforderlich. Es kommen sicherlich Zeiten auf einen zu, wo die Arbeit mit viel Frustration einhergeht", sagt Christiane Mateus, stellvertretende Leiterin der Studienberatung der Ludwig-Maximilians-Universität München. Daher müsse man sich vorab über seine Beweggründe und Ziele klar sein.

Je nachdem, wie die Promotion angelegt ist - ob extern, am Institut, in einem Promotionsstudiengang oder in Graduiertenkollegs - müssen sich Doktoranden bewusst machen, dass sie über einen vergleichsweise langen Zeitraum, der der Arbeit an einem bestimmten Projekt gewidmet ist, mehrere Durststrecken überwinden werden müssen und das weitgehend ohne äußere Unterstützung.