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Münchner Universitäten:Gut gedeihende Projekte

Die beiden Münchner Unis bringt das in eine ambivalente Lage. Sie haben ein paar gut gedeihende gemeinsame Exzellenz-Projekte laufen, wie auch TU-Präsident Wolfgang Herrmann in diesen Wochen gern betont - just der Mann, der sonst so gern öffentlich die LMU piesackt. Dennoch befördert die Exzellenzinitiative die historische Konkurrenz zwischen beiden. Gerade beim Zukunftskonzept sei doch ganz schön auf die anderen geschielt worden, sagt einer, der das Treiben seit Jahren aus der Nähe beobachtet.

Am meisten Geld fließt in die naturwissenschaftlich-technischen Fächer. Das erregt bei jenen, die vom Goldregen nichts abbekommen, häufig Unmut. "Aber auf der Technologie fußt nun einmal der Wohlstand einer Industrienation", meint der Jurist Rieble. Die Physik sei eben relevanter "als die Deutung juristischer Keilschriften", da helfe kein Gejammer. So gelassen sehen das aber nicht alle seine Kollegen.

Manche sprechen angesichts des enormen Aufwands, den die Exzellenz-Anträge erfordern, gar von einem "zeitfressenden Wahnwitz". Andere befürchten eine langfristige Umverteilung von den Geistes- zu den Naturwissenschaften. Schon jetzt müssen Kunstpädagogen oder Germanisten um Stellen kämpfen, weil Kapazitäten in die Exzellenz-Cluster fließen. Wenn die Förderung ausläuft, muss die Universität die Projekte selbst weitertragen, dafür werden schon jetzt Stellen und Mittel reserviert. Immer wieder ist auch zu hören, die Exzellenzinitiative fördere allein die Forschung, nicht die Lehre. Die Studenten hätten also wenig davon. Die Programme, die zur Förderung der Lehre aufgelegt werden, nehmen sich im Vergleich bescheiden aus.

Niemand glaubt jedoch ernsthaft, dass LMU und TU ihren Elite-Status verlieren könnten. Bayerns Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch (FDP) sagte schon vor Wochen bei einer Veranstaltung in der LMU en passant: "Da wird sich wenig ändern nach dem, was ich mitbekommen habe." Aber im Detail kann es auch noch auf ihn ankommen an diesem Freitag. Denn die Fachminister der Länder werden in Bonn zugegen sein, wenn die Experten aus der Wissenschaft ihre Ergebnisse verkünden. Vor der Veröffentlichung dürfen sie noch Stellung nehmen. Und dann, so ist es aus dem Umfeld der Minister zu erfahren, geht es zu wie auf einem "türkische Basar". Die Politiker werfen sich für ihre Universitäten in die Bresche und versuchen, für sie und ihr Land das Beste herauszuholen.