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Schulen in der Corona-Pandemie:Union debattiert über längere Ferien im Winter

Schule in Corona-Pandemie

Über Weihnachten länger zu Hause? Zwei Politiker in der Union regen eine Verlängerung der Ferien an.

(Foto: dpa)

CDU-Politiker kritisieren den Vorstoß zweier Unions-Kollegen, die Winter- oder Weihnachtsferien wegen der Corona-Pandemie zu verlängern. Bei der Kultusministerkonferenz steht das Thema aber auf der Tagesordnung.

Der Vorschlag zweier Unionspolitiker, wegen Corona die Winter- oder Weihnachtsferien zu verlängern, stößt in den eigenen Parteien auf Ablehnung. Der stellvertretende Unionsfraktionschef Thorsten Frei, sagte am Dienstag bei RTL/ntv: "Angesichts der Verbreitungswege, die derzeit dominieren, befürchte ich, dass wir durch eine Verlängerung der Weihnachtsferien viel Unruhe stiften, aber letztlich keinen durchgreifenden Erfolg erringen."

Er verwies auch auf die Zeitplanung der Eltern, die ihren beruflichen Verpflichtungen nachkommen müssten. Entscheidend für eine Eindämmung der Pandemie sei vielmehr, dass alle die Abstands- und Hygieneregeln ernstnähmen. Er habe manchmal den Eindruck, dass selbst junge Schüler damit viel disziplinierter umgingen als junge Erwachsene, die in den Innenstädten feierten, als gäbe es kein Virus.

Eine Absage an den Vorschlag kam auch aus verschiedenen Ländern: Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) teilte mit, sie sei skeptisch, ob der Vorschlag zur Ferienverlängerung eine geeignete Schutzmaßnahme darstelle. "Auch Ende Januar ist der Winter ja noch nicht vorbei, deshalb ist das ein wenig zu kurz gedacht." Mit einer solchen Maßnahme würde man außerdem eine ganze Reihe von neuen Probleme auslösen und die Schulen vor zusätzliche organisatorische Herausforderungen stellen. Ministerpräsident Winfried Kretschmann wies darauf hin, es würden so eine Welle von Betreuungsproblemen von Kindern und Jugendlichen ausgelöst. "Das werden wir nicht angehen", sagte Kretschmann.

Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien (CDU) sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Öffentliche Schulferiendebatten helfen jetzt niemandem und sind überflüssig wie ein Kropf." Gemeinsames Ziel von Bund und Ländern, Kindern, Jugendlichen, Familien sowie der Wirtschaft sei es, die Schulen für möglichst viele Schüler offen zu halten. Dies sollte im Regelbetrieb geschehen und falls notwendig, regional oder punktuell im Wechselbetrieb mit Präsenz- und Online-Unterricht.

Der Hamburger CDU-Chef Christoph Ploß hatte der Bild-Zeitung gesagt: "Wir sollten darüber nachdenken, die Winterferien um zwei bis drei Wochen zu verlängern und im Sommer entsprechend zu kürzen." Ziel müsse sein, bestmöglich durch die Pandemie zu kommen. CSU-Bundestagsabgeordneter Stephan Pilsinger aus München regte sogar bis zu vier Wochen längere Weihnachtsferien mit entsprechender Kürzung der Oster- und Sommerferien an. "Das Wohl der Schüler und Lehrer muss im Vordergrund stehen", begründete er seinen Vorschlag.

Der stellvertretende FDP-Fraktionschef im Bundestag, Christian Dürr, bezeichnete den Vorschlag als Unsinn. Dürr sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Eine kurzfristige Verlängerung der Winterferien würde die Planung von Millionen Familien kaputtmachen. In diesem Jahr gab es genug Schulausfall. Die Kinder müssen die Inhalte nachholen und das dürfen wir nicht immer weiter nach hinten verschieben." Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery sagte zur Idee der Ferienverlängerung im Deutschlandfunk: "So ein Quatsch." Damit verunsichere man nur Schüler, Eltern und Lehrer.

Eine Sprecherin der Präsidentin der Kultusministerkonferenz und rheinland-pfälzischen Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD), sagte auf Anfrage, dass sich die Kultusministerkonferenz am Freitag ausführlich mit der Corona-Pandemie befassen werde. Gegenstand der Beratungen werde dann auch das Thema Winterferien sein.

© SZ/dpa/hum
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