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Bildung - Schwerin:Verbindliche Qualifizierung für Seiteinsteiger ins Lehramt

Ausbildung
Bettina Martin (SPD), die Kultusministerin von Mecklenburg-Vorpommern. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/ZB (Foto: dpa)

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Schwerin (dpa/mv) - Seiteneinsteiger in den Lehrerberuf sollen künftig einen berufsbegleitenden Vorbereitungsdienst absolvieren. Dies sei eine verbindliche Qualifizierung und vergleichbar mit dem Referendariat, teilte Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) am Dienstag nach der Kabinettssitzung in Schwerin mit. Die Ministerrunde habe der dafür vorgesehenen Änderung des Lehrerbildungsgesetzes zugestimmt, die nun zur Beratung an den Landtag geht.

Aufgrund des zunehmenden Lehrermangels war Mecklenburg-Vorpommern dazu übergegangen, vermehrt auch Akademiker ohne pädagogische Ausbildung in den Schuldienst zu übernehmen. Die Opposition hatte mehrfach beklagt, dass diese Seiteneinsteiger oft nur unzureichend auf die Arbeit mit Schülern vorbereitet wurden und werden.

Bisher können Lehrkräfte im Seiteneinstieg laut Bildungsministerium erst nach fünf bis zehn Jahren im Schuldienst eine Anerkennung ihrer Lehrbefähigung beantragen. Bis dahin verdienten sie weniger Geld als ihre Kollegen mit regulärem Lehramtsstudium. Mit der Änderung des Lehrerbildungsgesetzes verbesserten sich nun deren Perspektiven.

Laut Bildungsministerium waren zu Beginn des aktuellen Schuljahres 1344 Lehrkräfte an öffentlichen allgemein bildenden und beruflichen Schulen des Landes Seiteneinsteiger. Das entspreche einem Anteil von etwa 11 Prozent. Zwei Jahre zuvor lag dieser Anteil unter den 11 300 Lehrern im Land noch bei acht Prozent.

Martin bezeichnete die Gesetzesänderung als einen ersten wichtigen Schritt, die Lehrerausbildung neu aufzustellen. Eine wesentliche Neuerung sei dabei auch, dass das Land mit den Universitäten nun jährlich Zielvereinbarungen für die Aufnahmekapazitäten im Lehramtsstudium festlegten, "die sich schulart- und fächerspezifisch an der Lehrerbedarfsplanung" orientierten. Bereits zu Beginn des Wintersemesters 2020/2021 seien 40 zusätzliche Studienplätze für angehende Berufsschullehrkräfte und 125 für künftige Grundschullehrer aufgebaut worden.

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