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Tegernsee:Zwei Tote bei Geiselnahme - Polizei erschießt Tatverdächtigen

Zwei Tote nach Geiselnahme in Tegernsee

Ein Notarztfahrzeug fährt durch Tegernsee, zahlreiche Polizisten waren am Dienstagabend dort im Einsatz.

(Foto: dpa)

In der Stadt Tegernsee soll ein Mann seine Frau als Geisel genommen und sie später getötet haben. Beim Rettungsversuch fallen Schüsse. Die Bodycam eines Polizisten gibt Aufschluss.

Von Matthias Köpf, Tegernsee

Die tödlichen Schüsse, die ein Polizeibeamter am Dienstagabend in Tegernsee auf einen 46 Jahre alten Mann abgegeben hat, sind nach den vorläufigen Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft aus einer Kombination von Nothilfe und Notwehr heraus gefallen. Dies gaben Polizei und Staatsanwaltschaft am Mittwoch bekannt.

Die Polizisten waren demnach in eine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus in Tegernsee eingedrungen, um der 25-jährigen Lebensgefährtin des Mannes zu helfen. Sie sei kurz danach trotzdem an den Messerstichen gestorben, die ihr der 46-Jährige zuvor beigebracht habe. Die Situation unmittelbar vor den Schüssen wurde von der Bodycam eines Polizisten aufgezeichnet; wie genau am Ende die Schüsse fielen, ist auf der Aufnahme dieser Kamera allerdings nur zu hören und nicht zu sehen.

Wie der Leiter der Staatsanwaltschaft München II, Hajo Tacke, und der zuständige Rosenheimer Polizeipräsident Robert Kopp am Mittwoch berichteten, hatten die Beamten den Mann, ehe die Situation außer Kontrolle geriet, mehrmals vergebens aufgefordert, das Messer wegzulegen, damit sie seiner Partnerin helfen könnten. Ein Spezialeinsatzkommando war zu der Zeit laut Kopp zwar unterwegs, aber noch nicht eingetroffen. Ursprünglich hatte eine Nachbarin am Dienstag kurz nach 17 Uhr die Polizei gerufen und von einem Streit sowie von Schreien der Frau berichtet.

Aus Bad Wiessee und anderen Dienststellen rückten zahlreiche Polizisten an. Der Mann, gegen den die Polizei schon zuvor wegen häuslicher Gewalt ermittelt hatte, habe sich jedoch geweigert, die Tür zu öffnen, und erst mit seinem erwachsenen Sohn sprechen wollen. Nach dessen Ankunft und dem auf Italienisch geführten Gespräch durch die geschlossene Tür sei die Lage in der Wohnung erneut eskaliert.

Während die Polizei nun versucht habe, in die Wohnung einzudringen, in der sich auch das kleine Kind der beiden aufhielt, seien die Frau und der Mann vom eigenen Balkon auf den der Nachbarwohnung geklettert. Dort habe ein Polizist von außen eine Stichbewegung beobachtet, berichtete Kopp. Danach habe der Mann noch gesagt, er wolle, dass seiner Frau geholfen wird. Als die Polizisten auch die Tür der Nachbarwohnung aufdrückten, sei ein Knallkörper gezündet worden. Dann kam es laut Kopp zur Konfrontation mit dem Mann und zu den tödlichen Schüssen.

Laut Tacke hat der Notarzt weder das Leben des Mannes retten können noch das der Frau, die an ihren Stichwunden starb.

© SZ/jobr/kast/van
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