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Mitten in Bayern:Das Bräustüberl Tegernsee will Google bezwingen - und wird zum Suchtrend

Das Google-Logo am Hauptsitz des Mutterkonzerns im kalifornischen Mountain View.

(Foto: AP)

Von Minuten oder gar Stunden Wartezeit ist in der Suchmaschine die Rede. Das will sich Wirt Peter Huber nicht gefallen lassen. Er klagt und muss plötzlich selbst sehr lange warten.

Wenn Peter Hubert wirklich noch groß Werbung machen müsste für sein Bräustüberl Tegernsee, dann hätte er es jetzt geschafft: maximale Reichweite bei wenig Aufwand. Aber das Bräustüberl brummt ja sowieso. Wer es erst mal im Internet sucht, wie üblich mit Google, der erhält neben dem Abriss "Schweinshaxe und Leberkäse sowie Fassbier und Schnaps in zünftig-rustikalem Restaurant mit Außenbereich" auch die Angabe, dass das Bräustüberl momentan "mäßig" oder "nicht zu stark" oder recht oft auch "stark" besucht sei und die Wartezeit entsprechend bis zu 15 oder 30 Minuten oder auch mal eineinhalb Stunden betrage. Das mit der Wartezeit stimme aber nicht, sagt Peter Hubert. Es sei doch nicht einmal klar, ob man da angeblich so lang auf einen Platz, die Bedienung, das Bier, das Essen, die Rechnung oder auf einen Parkplatz warte. Darum hat Hubert Google jetzt verklagt - und etliche Treffer in der News-Suche gelandet.

Dabei hatte Hubert das mit der Klage erst nur der Lokalzeitung und dem Regionalradio mitgeteilt, und jetzt muss er unentwegt telefonieren und in Mikrofone reden. Gute Werbung sei das schon, sagt er, aber darum gehe es nicht. Schließlich habe er es seit 2017 im Stillen versucht. Auf alle Beschwerden seien aber bloß vorformulierte Mails zurückgekommen. Weder Hubert noch Google würden das so sagen, aber drin stand wohl sinngemäß, dass er Google mal am Algorithmus lecken kann. Der Algorithmus nämlich habe das mit den Wartezeiten halt so errechnet. Sonst macht sich der Algorithmus da keine Gedanken, und gleich gar nichts macht er sich aus Bier und Leberkäse.

Also versucht es Hubert per Klage, doch die Klageschrift kam aus den hiesigen Google-Zweigstellen Hamburg und München immer wieder zurück. Die richtige Adresse wäre Mountain View, Kalifornien, doch dazu bräuchte es ein langwieriges Verfahren, für das Hubert wohl einen fünfstelligen Betrag vorstrecken müsste, erklärt sein Anwalt Thomas Glückstein. Der will nun am Landgericht München durchsetzen, dass die Klage auch an eine deutsche Filiale wirksam zugestellt werden kann. So lang kann sich Google hinter einer Firewall aus Aufwand wegducken. Und Hubert nimmt erst einmal den Werbeeffekt mit. Am Ende kommt es bei ihm doch noch zu längeren Wartezeiten.

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