Schrotthändler erneut vor Gericht "Hier geht's um Mord, da dürfen wir alles"

Der Ingolstädter Staatsanwalt Christian Veh habe ihm sogar angeboten, als Gegenleistung die Ermittlungen wegen des Umweltdelikts einzustellen. Er habe sich darauf aber nicht eingelassen und die Unterschrift unter das Vernehmungsprotokoll verweigert. Daraufhin habe ihm einer der Vernehmungsbeamten, der Polizeioberkommissar K., seine Dienstpistole an die Schläfe gehalten und gesagt: "Wir können auch anders." Auf seinen Protest hin habe der Beamte geäußert: "Hier geht's um Mord, da dürfen wir alles."

Das brachte Heinrich H. nun die neuerliche Anklage ein: Falsche Verdächtigung. Vor dem Landshuter Amtsrichter Bernhard Suttner wiederholte Heinrich H. am Montag seine Darstellung - so und nicht anders sei es gewesen. Der Polizeibeamte K. hingegen, als Zeuge geladen, sagte, die Anschuldigung sei frei erfunden.

Ganz im Gegenteil - er gehöre ja eigentlich zur Polizeiinspektion Neuburg, und er sei nur bei der Vernehmung dabei gewesen, weil der Schrotthändler zu ihm mehr Vertrauen gehabt habe als zu den Ingolstädter Kollegen. Sie seien in bestem Einvernehmen voneinander geschieden, Heinrich H. habe ihm beim Hinausgehen sogar noch Tipps zur Geldanlage gegeben.

Heinrich H.'s Verteidiger Regina Rick und Klaus Wittman wollten sich mit dieser in rosiges Licht getauchten Schilderung naturgemäß nicht zufrieden geben. Sie monieren, dass die Justiz einseitig gegen ihren Mandanten ermittelt habe, während gegen den Polizeibeamten nicht einmal ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wurde.

Der Staatsanwalt, dem der Fall übertragen war, hat den Vernehmungsbeamten auch nicht vernommen, sondern sich mit einer dienstlichen Stellungnahmen zufrieden gegeben. Über deren Zustandekommen gab es ein hartnäckiges Frage- und Antwortspiel, das sich so lange hinzog, dass Richter Suttner die Verhandlung unterbrach. Sie soll am 12. November fortgesetzt werden.